Der SV Germania Bietigheim ist zum fußballerischen Jahresausklang in Gewinnerlaune. Trotz gravierender Personalprobleme feierte der Bezirksliga-Aufsteiger aus dem Ellental zuletzt drei überzeugende Siege in Folge. Mit einem Heimerfolg am Sonntag (14 Uhr) über den SV Illingen wollen sich die Germanen nun in die Winterpause verabschieden. "Die zwölf, 13 Spieler, die seit Wochen auflaufen, haben sich gut eingespielt und akklimatisiert", sagt Matthias Schmid. Der Germania-Trainer fürchtet nicht, dass seine Truppe die kriselnden Illinger unterschätzen könnte: "Wir sind im Kopf so klar, dass wir den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Den SVI kennen die Bietigheimer wie kaum ein anderes Team in der Liga. In der Vorsaison enteilten beide Klubs in der Kreisliga A 3 der Konkurrenz und schafften den Sprung nach oben. Doch während sich der SV Germania als Fünfter in der Spitzengruppe etabliert hat, herrscht in Illingen Alarmstimmung. Nach fünf Pleiten in Folge ziert der Verein das Tabellenende. Der letzte Sieg datiert vom 22. September - ein 6:3 gegen Renningen. Auch der Rücktritt von Trainer Thomas Fritsch wirkte nicht als Befreiungsschlag: Unter dem neuen Coach Marcello Solombrino gab es gegen Freudental eine 0:3-Heimschlappe. "Durch solche Misserfolge geht das Selbstvertrauen flöten. Das haben wir zu Beginn der Saison auch gemerkt", sagt Schmid. Was den eigenen Kader anbelangt, sieht er keinen Bedarf, in der Winterpause noch einmal auf dem Spielermarkt tätig zu werden: "Wenn unsere Langzeitverletzen zurückkommen, sind wir gut gerüstet." So werden David Inigo, José Torres, Marcel Autenrieth und Patrick Kraut in der zweiten Saisonhälfte wieder ins Geschehen eingreifen können.

Der GSV Pleidelsheim und der FV Ingersheim - zwei weitere Vereine aus der Bezirksliga-Beletage - müssen am Sonntag (14 Uhr) jeweils bei Abstiegskandidaten ran. Die Pleidelsheimer wollen sich beim VfR Großbottwar im Titelkampf keine Blöße geben. Nach dem 1:1 im Gipfelduell gegen Kornwestheim führt der GSV zwar das Klassement mit nun 36 Zählern weiter an. Allerdings hat der auf Rang drei abgerutschte SV Salamander (33 Punkte) noch zwei Partien in der Hinterhand. "Wichtig ist, dass wir die Großbottwarer nicht unterschätzen. Die haben sich stabilisiert und sind nicht mehr so schlecht wie zu Saisonbeginn", mahnt der Pleidelsheimer Trainer Thilo Koch. In der Vorrunde hatte der Vizemeister den aktuellen Viertletzten aus Großbottwar noch mit 11:1 vom Feld geschossen. Beim GSV fallen die verletzten Marco Montesano, Adrian Betz und Salvatore Glietti aus. Der Einsatz von Nico Ferrara ist fraglich.

Auch die Ingersheimer haben ihren Gegner am Sonntag, den TSV Phoenix Lomersheim, in der Hinserie bezwungen. Beim 3:2 taten sich die Schützlinge von Trainer Fritz Schweizer allerdings mächtig schwer. Der FVI kann beim erneuten Aufeinandertreffen mit seiner Wunschelf spielen - bis auf den Langzeitverletzten Patrick Pace sind alle Akteure fit. Manager Klaus Zürn gibt die Zielrichtung vor: "Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren. Das ist ein Willensspiel. Ich hoffe, dass die Mannschaft die richtige Einstellung an den Tag legt." Mit einem Sieg in Lomersheim würden die Ingersheimer zudem eine gute Grundlage für die anschließende Weihnachtsfeier legen.

Eine besonders happige Herausforderung wartet auf den derzeit siebtplatzierten SV Freudental, der am Sonntag den Tabellenzweiten TSV Merklingen empfängt. Wie die Germanen aus Bietigheim haben auch die Freudentaler zuletzt dreimal in Folge gewonnen. Der SVF kann sich also ebenfalls das Etikett "Mannschaft der Stunde" ans Revers heften. Mit den Merklingern haben Trainer Toni Pavone und seine Kicker noch eine Rechnung offen: Am zweiten Bezirksliga-Spieltag setzte es für Freudental eine bittere 1:7-Klatsche - die bisher höchste Niederlage in dieser Saison.

Der Tabellenzehnte FV Löchgau II trifft derweil im Duell der Landesliga-Reserven auf den zwei Plätze besser postierten TSV Eltingen II. Eine Woche zuvor trafen beide erste Mannschaften eine Klasse höher aufeinander. Da setzte sich das Löchgauer Team klar mit 3:0 durch.