Bigband-Konzert Gelungenes Eröffnungskonzert für „Gute Taten“

Inge Czemmel 04.12.2017
„Christmas Dreams & more”: Pures Musikvergnügen der nicht alltäglichen Art bot das Eröffnungskonzert für die 44. Aktion „Gute Taten“.

Runter kommen, Augen schließen und genießen!“ Lumberjack-Bigband-Chef Alexander Eissele hätte zur Einstimmung nichts Besseres wählen können, als das meditativ beginnende und schließlich immer schwungvoller werdende Stück „Mc Arthur Park“.

Die Bigband und ihre Solisten machen dem Publikum von Anfang an klar, dass – trotz des englischen Begriffs Lumberjack im Namen – von hemdsärmliger Musik nach Holzfällerart nichts zu spüren sein wird. Auch der gesangliche Auftakt von Yannick Bovy trifft direkt das Gemüt. Beim jungen Belgier schwingt in jedem Ton Gefühl und Leidenschaft mit, zunächst aus dem Off. Sein „Feeling good“, aber auch die anderen Songs sind zum Wohlfühlen geradezu angetan, und „The soul of NKC“ ist bei der Hommage an Nat King Cole spürbar.

Bei „Cheek to cheek“ bekommt der Sänger Gesellschaft von Ann Sophie. Das Duett leitet über zum Part der jungen Sängerin, die nach „Smooth operator“ unter anderem ihren selbst geschriebenen Song „ Boy“ präsentiert. Schwer beeindruckt zeigt sich das Publikum von einer ganz speziellen Mischung aus „Free again“ und „I will survive“, die Ann Sophie als jazzige Ballade dramaturgisch inszeniert. Wirklich erstaunlich, wie aus einem tausend Mal mitgesungenen Titel ganz große Oper wird.

Nicht zuletzt ist dies auch dem hervorragenden achtköpfigen Streichorchester geschuldet, das den ganzen Abend lang den Bigband-Sound der hochkonzentriert zu Werke gehenden Lumberjacker perfekt abrundet und unterstreicht.

Nach der Pause gibt es, bevor alle zusammen singend und swingend die Christmas Dreams träumen, noch instrumental-musikalische Pralinés der Sorte „More“. Bei „Julian“ von Phillip Hughes brilliert Daniel Rikker am Saxophon mit einem weiteren gefühlvollen Solo. Das musikalische Thema von „Schindlers Liste“ lässt keinen im Saal unberührt, und das Violinenspiel der japanischen Geigerin Marie Sakai ist zweifellos eines der Glanzlichter des Abends.

Immer wieder setzen im Verlauf des Konzerts auch Musiker aus den Reihen der Lumberjack Bigband solistische Glanzpunkte. Nicht unerwähnt bleiben, sollen auch Carina Pittner und Tabea Luisa, die als „Backings“ die Hauptakteure unterstützen und ihnen stimmlich in nichts nachstehen.

Doch was wäre das Ganze ohne Alexander Eissele? Der Bandleader sorgt wie immer mit vollem Körpereinsatz für das kongeniale, stimmige Zusammenspiel aller Komponenten sowie für gute Stimmung und den einen oder anderen Lacher im Publikum. Ein Kompliment gebührt auch den Ton- und Lichttechnikern, die für einen guten Sound an allen Plätzen und eine immer in stimmiges und unaufgeregtes Licht getauschte Bühne sorgen.

Insgesamt ein toller Auftakt für die NWZ-Aktion „Gute Taten“. Gleich zu Beginn der Veranstaltung hatte Redaktionsleiter Helge Thiele all jenen gedankt, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, bürokratielos Hilfe für zahlreiche Projekte zu leisten.

Die Solisten Yannick Bovy und Ann Sophie

Yannick Bovy ist einer der letzten Vertreter der Crooner à la Frank Sinatra, Tony Bennett oder Charles Aznavour. Der 31-jährige Belgier bedient sich eines in den 20er Jahren mit der Entwicklung des Mikrofons entstandenen Gesangsstils, der sich durch die Intimität und Wärme der Stimme auszeichnet.

Ann Sophie Dürmeyer, weiblicher Hauptact des Konzerts, vertrat Deutschland 2015 beim Eurovision Song Contest in Wien. Die 24-jährige Sängerin und Songwriterin absolvierte in New York eine Schauspielausbildung und setzt auf stilistische Vielfalt.