Wahl Gajer und Büchler sind Sportler des Jahres

Kreis Göppingen / THOMAS FRIEDRICH 28.02.2016
Überraschung bei der Sparkassen Sport Gala in der Stadthalle Göppingen: Bei der Proklamation der Sportler des Jahres wurden Seriensieger abgelöst. Zwei Triathleten des AST Süßen setzten sich auf den Thron.

Die schöne Serie ist gerissen: Biathlet Simon Schempp (SZ Uhingen) und Kugelstoßerin Lena Urbaniak (LG Filstal) waren zuletzt zweimal in Folge Sportler des Jahres im Kreis Göppingen, Schempp hat insgesamt schon viermal die Wahl gewonnen. Im Jahr 2015 wurden sie von Triathleten abgelöst. Als Conférencier Knut Bauer am Samstagabend im Rahmen der Sparkassen Sport Gala des Sportkreises Göppingen die Ergebnisse der Abstimmung präsentierte, ging ein Raunen durch den Saal.

2324 Leser von GZ und NWZ haben sich an der Wahl beteiligt. Die Sportler des Jahres sind Triathleten, die Mannschaft des Jahres Tauzieherinnen. M35-Weltmeister Marcus Büchler (AST Süßen) löste Schempp ab und verwies den Titelverteidiger mit 579:532 Stimmen auf Platz zwei, vor Rhönradturner Johannes Keller (DJK Göppingen). Dass der Triathlet den Biathleten besiegt hat, überraschte den Gewinner selbst. Büchler hatte mit diesem Ausgang nicht gerechnet, das Ergebnis von Leserwahlen findet er „immer überraschend“, weil der Sportler sie nicht beeinflussen kann. Man „fühlt sich da machtlos“.

Simon Schempp fehlte am Samstag in Göppingen wegen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft ebenso wie Lena Urbaniak. Die tröstete sich in Leipzig mit dem deutschen Hallenmeistertitel, Bestleistung und der Fahrkarte zur Hallen-Weltmeisterschaft nach Portland. Die frischgebackene Sportlerin des Jahres hatte am Samstag ebenfalls Besseres vor. Julia Gajer schindet sich zurzeit im Trainingslager auf Mallorca und erfuhr dort von ihrem vierten Triumph bei der Leserwahl nach 2009, 2010 und 2012. Hinter Urbaniak landete Armbrustschützin Chantal Klenk (ASC Göppingen) auf Rang drei.

Den ganz großen Coup landete der TZC Kaiserberg. Die deutschen Meisterinnen im Tauziehen hatte niemand auf der Rechnung, sie setzten sich hauchdünn mit 19 Stimmen Vorsprung vor den Beach-handballern des TSV Bartenbach und den Sportakrobaten des TV Ebersbach durch. Knut Bauer bewunderte die „starken Frauen im Abendkleid“, die nicht nur in dieser Garderobe eine gute Figur machen. Bei der Deutschen Meisterschaft setzten sich die Lenglingerinnen überraschend durch.

Nicht nur die drei Erstplatzierten, alle nominierten Sportler erhob Sportkreis-Präsident Lothar Hilger in seiner Eröffnungsrede zum „Licht des Sports im Jahr 2015“. SWR4-Moderator Bauer, der als Medienprofi viel herumkommt, kennt „keinen anderen Kreis“ in der Region Stuttgart, „der so viele erfolgreiche Sportler“ beheimatet.

Einige Asse kamen von außerhalb und waren fürs Rahmenprogramm zuständig. Mit einem Trommelwirbel eröffneten die Daina Taiko-Trommler aus Zell unterm Aichelberg die Veranstaltung. Bei den Kunstradfahrern reagierte der Sportkreis schnell. Der ursprünglich gebuchte Vize-Europameister Max Maute sagte wegen Krankheit kurzfristig ab, flugs engagierten die Organisatoren einen Europameister als Ersatz. Junioren-Champion Nick Lange vom RSV Unterweissach begeisterte die Zuschauer in der Stadthalle mit einem akrobatischen Feuerwerk auf zwei Rädern.

Nicht minder attraktiv waren die Vorführungen der Seiltänzer vom SC Staig (Rope-Skipping Spiders) und zum Finale die DTB-Showgruppe des Jahres 2015 vom MTV Aalen, die mit einer faszinierenden Version vom „Phantom der Oper“ der Veranstaltung ein würdiges Ende setzte.
 


ZITATE

"Ginge ich alphabetisch vor, würde die einzig weibliche Landtagsabgeordnete zuletzt gewählt. . . äh, kleiner Freudscher Versprecher. Ich wollte sagen: zuletzt genannt."

Lothar Hilger. Der Sportkreis-Chef, warum er Nicole Razavi als erste Landespolitikerin begrüßte.
 

"Ist sie mutiert? Zuviel Ausdauersport tut auch nicht gut."

Knut Bauer. Der Moderator ist überrascht, als statt Julia Gajer ein Mann (AST-Vorstandsmitglied Simon Weißenfels) den Preis abholt.
 

"Mit der Titelverteidigung wird's nix. Die WM ist dieses Jahr in Australien, das geht finanziell bei mir nicht".

Marcus Büchler. Der Sportler des Jahres 2015 auf die Frage, ob er seinen Weltmeistertitel der M35 verteidigen kann.
 

"Sie sind das Licht des Sportjahrs 2015."

Lothar Hilger. Der Sportkreis-Chef würdigt die Leistungen aller für die Wahl nominierten Sportler.
 

"Das Wichtigste ist die Kopfsache. Hätten wir nicht immer dran geglaubt, dass wir es schaffen, wären wir nie Deutscher Meister geworden."

Julia Niederberger. Die Tauzieherin vom TZC Kaiserberg über das Geheimnis des Erfolgs.
 

"TZC, das klingt ein bisschen wie ein Schadstoff."

Knut Bauer. Der Moderator kann mit dem Vereinskürzel des Tauziehclubs Kaiserberg wenig anfangen.

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