Sternenfels Für die Bundesliga ist es nie zu spät

Voll konzentriert beim Abschlag: Torwart Marjan Petkovic (links) aus Sternenfels in seinem letzten Spiel für Eintracht Braunschweig am 24. Mai in der Zweitliga-Partie bei Union Berlin.
Voll konzentriert beim Abschlag: Torwart Marjan Petkovic (links) aus Sternenfels in seinem letzten Spiel für Eintracht Braunschweig am 24. Mai in der Zweitliga-Partie bei Union Berlin. © Foto: Imago
Sternenfels / CLAUS PFITZER 11.07.2015
Marjan Petkovic und seine Familie sind wieder zuhause im Eigenheim in Sternenfels. Nach sechs Jahren und zwei Aufstiegen hat der Fußball-Profi Eintracht Braunschweig verlassen. Derzeit trainiert der 36-jährige Torhüter beim VfB Stuttgart II.

Das Torhüter-Karussell im deutschen Profifußball hat sich in den vergangenen Wochen mächtig gedreht. Sowohl in der Bundesliga als auch in der Zweiten Liga gab es zahlreiche Wechsel zwischen den Pfosten. Und noch immer sind Vereine auf der Suche nach einem neuen Keeper.

Auf dem Markt ist auch Marjan Petkovic aus Sternenfels. Der gebürtige Brackenheimer ist nach sechs Jahren in Braunschweig in seine Heimat zurückgekehrt. 2009 wechselte der Schwiegersohn von Eckhart Streckfuß, dem Schiedsrichter-Obmann des Fußball-Bezirks Enz/Murr, nach einem einjährigen Gastspiel beim Zweitligisten FSV Frankfurt zum damaligen Drittligisten Eintracht Braunschweig.

Zuvor spielte er beim TSV Güglingen, der SG Kirchardt, dem VfR Heilbronn, der TSG Hoffenheim und vier Jahre lang beim SV Sandhausen, mit dem er in die Regionalliga aufgestiegen ist. Mit dem Wechsel zum Zweitligisten FSV Frankfurt begann er seine Profi-Karriere und absolvierte mit 29 Jahren sein erstes Zweitligaspiel. Mit der Eintracht in Braunschweig startete Petkovic dann richtig durch und landete 2013 in der Bundesliga. Er war bei den beiden Aufstiegen in die Zweite Liga (2011) und in die Bundesliga Stammtorhüter der Eintracht. Am 10. August 2013 feierte der zweifache Vater im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen seine Bundesliga-Premiere. Nach der Saison und dem Abstieg hatte Petkovic fünf Bundesliga- und ein DFB-Pokalspiel absolviert. Ein Muskelbündelriss und eine Meniskusverletzung zwangen den ehrgeizigen Schlussmann längere Zeit zum Zuschauen. In der Vorsaison bestritt er am letzten Spieltag bei Union Berlin seinen einzigen Einsatz. Mit seinem Abschied bei der Eintracht ging eine Ära zu Ende, denn er gehörte jenen Braunschweiger Aufstiegshelden an, die mit den beiden Aufstiegen und der Rückkehr in die Bundesliga Geschichte geschrieben haben.

"Das war eine super Erfahrung in Braunschweig. Da ist einiges passiert. Ich bin froh, dass ich dort sechs Jahre lang gespielt habe und einen Teil dazu beigetragen habe, von der Dritten Liga in die Bundesliga zu kommen. Das kann sich sehen lassen. Es gehörten aber auch Rückschläge dazu wie die Verletzungen oder die Rotation", sagt Petkovic über die Zeit in Niedersachsen. "Es ist nie zu spät, wenn man die Chance bekommt, muss man sie nutzen. Das ist mir in Braunschweig gelungen. Wichtig ist, jeden Tag Vollgas zu geben", meint der spät in den Profibereich gewechselte Sternenfelser. "Unser Wunsch war es, wieder nach Süddeutschland zu kommen. Ich suche einen neuen Verein und bin für vieles offen und bereit. Aber es müsste passen und ich muss mich mit der Aufgabe identifizieren. Manchmal geht es schnell. Man muss geduldig sein, auch wenn es nicht immer einfach ist. Im letzten Jahr war zu wenig los, jetzt ist das anders", sagt Petkovic über den aktuellen Torhütermarkt. Er sieht für sich durchaus eine Perspektive in den drei deutschen Profiligen. "Ich will noch aktiv spielen, bin fit und körperlich auf der Höhe und habe noch Luft nach oben. Ich kann mich immer noch weiterentwickeln", so der 36-Jährige.

Froh ist Petkovic, dass er beim VfB Stuttgart II mittrainieren kann. Beim Drittligisten leitet der ehemalige Bundesliga-Torhüter Thomas Walter aus Münchingen das spezifische Training. Der Kontakt zum VfB kam über Andreas Menger zustande, dem Torwart-Trainer im Erstliga-Kader und Chefausbilder aller Schlussmänner beim VfB. "Es ist schön, dass ich mit dem Team trainieren und so die Zeit überbrücken kann. Der VfB ist ja bekannt für seine Torwartschule. Das ist optimal", erzählt Petkovic. Ob sich für ihn eine Chance beim VfB ergeben könnte, nachdem sich Neuzugang Mitch Langerak verletzt hat und länger ausfällt? "Das weiß ich nicht. Aber die Verantwortlichen sehen mich ja im Training", so Petkovic zu diesem Thema.

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