Bietigheim-Bissingen FSV 08 Bissingen verliert gegen die Stuttgarter Kickers II mit 0:1

Der Bissinger Kapitän Holger Ludwig (links) grätscht nach dem Ball und unterbricht so den Sturmlauf von Kickers-Spieler Daniel Kaiser. Letztlich blieb der Einsatz der Nullachter aber unbelohnt - die Gäste setzten sich mit 1:0 durch.
Der Bissinger Kapitän Holger Ludwig (links) grätscht nach dem Ball und unterbricht so den Sturmlauf von Kickers-Spieler Daniel Kaiser. Letztlich blieb der Einsatz der Nullachter aber unbelohnt - die Gäste setzten sich mit 1:0 durch. © Foto: Martin Kalb
ANDREAS EBERLE 04.03.2013
Die Oberliga-Fußballer des FSV 08 Bissingen haben auch das zweite Spiel unter ihrem neuen Trainer Wolfgang Krenn verloren. Wie schon in Kehl vor der Winterpause unterlag der Aufsteiger dem Abstiegsrivalen Stuttgarter Kickers II im ersten Punktspiel 2013 mit 0:1.

Sven Burkhardt avancierte beim FSV 08 Bissingen zum Oberliga-Wiederauftakt zur tragischen Figur. Der Keeper, der heute 30 Jahre alt wird, machte in der 35. Minute den spielentscheidenden Fehler und verursachte so das 1:0-Siegtor der Stuttgarter Kickers II. Damit ist das Trainer-Comeback von Wolfgang Krenn endgültig schief gegangen. Denn schon das erste Duell unter der Regie des Österreichers hatte Bissingen beim Kehler FV mit 0:1 verloren. "Die Leistung war gut, das Ergebnis schlecht", fasste Krenn die Partie zusammen. "Mit dem Engagement, dem Zweikampfverhalten und dem Willen war ich zufrieden. Mehr hätte mich geärgert, wenn sich die Mannschaft ergeben hätte."

In der Tat hatten die Nullachter gegen die Stuttgarter kämpferisch überzeugt und gerade nach dem Rückstand das Kräftemessen mit den ohne Drittliga-Verstärkung angetretenen Kickers auch dominiert. Doch im Abschluss fehlte es einmal mehr an der nötigen Konsequenz und Durchschlagskraft. Die im Sturm aufgebotenen Oskar Schmiedel und Dima Schurichin mühten sich zwar redlich, sind aber nun mal keine Knipser. Und auch die in der Schlussphase eingewechselten Mario Klotz und Louis Hörger konnten keine Akzente mehr setzen. So ruhen die Bissinger Hoffnungen nach dem Abgang des zwölffachen Torschützen Domenico Botta (nach Ulm) primär auf den wiedergenesenen Mustapha El MHassani, den Torjäger der Verbandsliga-Aufstiegssaison. Der 29-Jährige saß im ersten Pflichtspiel 2013 die kompletten 93 Minuten auf der Bank.

Abgesehen von einigen Verzweiflungsschüssen hatten die Nullachter in den ersten 40 Minuten im Angriff nicht viel zu bieten. Gefährlicher waren die wenigen Offensivaktionen der Degerlocher. So traf Daniel Kaiser mit einem Aufsetzer den Außenpfosten (18.), ein weiterer landete knapp neben dem Bissinger Gehäuse (34.). In der 35. Minute nahm das Unheil für die Bruchwald-Elf dann seinen Lauf - eine Minute, die Sven Burkhardt sicher am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde. Der sonst so zuverlässige Torhüter ließ sich nach einem Rückpass zu viel Zeit mit seinem Klärungsversuch und schoss Kickers-Stürmer Ramazan Kandazoglu an. Von dessen Körper prallte der Ball zu Nermin Ibrahimovic, und der Ex-Ludwigsburger vollstreckte flach zum 0:1. Ein Geschenk der Nullachter zum Frühlingsanfang. "Wenn der letzte Mann einen Fehler macht, ist es meist ein Tor", sagte Krenn und fühlte mit Burkhardt mit: "Er würde sich jetzt am liebsten selbst verstecken. Da brauche ich ihn nicht zu kritisieren."

Durch den Rückstand waren die Hausherren gezwungen, einen Zahn zuzulegen. Prompt wurden die Angriffsbemühungen zwingender. Einen Freistoß von Schmiedel wehrte Stuttgarts Torwart Steffen Kraus ab, Manuel Sanchez schaltete am schnellsten und legte den Ball zurück, doch Pascal Schmidt rettete in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Schurichin (41.). Zwei Minuten später wurstelte sich Schurichin durch und schoss aus 15 Metern haarscharf vorbei.

Nach der Pause forcierte der FSV 08 den Druck. In drei Situationen lag der nun verdiente Ausgleich in der Luft. Nach einer schönen Kombination scheiterte Sanchez an Kraus (51.), dann lenkte der Kickers-Keeper einen brandgefährlichen Schuss von Mario Di Biccari zur Ecke (62.), und Kapitän Holger Ludwig setzte den Ball aus 17 Metern ans Außennetz (65.). Das wars dann aber schon. In der Endphase blieb der Aufsteiger viel zu harmlos. Dagegen hätten die in orangefarbenen Trikots kickenden Blauen locker noch das 2:0 erzielen können. Dies verhinderte zweimal Burkhardt, der sowohl gegen den eingewechselten Bastian Joas mit einer Glanzparade rettete (76.) als auch in der Nachspielzeit gegen Kaiser.

"Wenn ich selbst kein Tor schieße, kann ich maximal 0:0 spielen - oder eben verlieren", sagte Krenn und zeigte sich kämpferisch: "Jetzt müssen wir drei Punkte in Karlsruhe holen." Das ist auch dringend nötig, denn seit Samstag steht der Klub vom Bruchwald hinter der Stuttgarter Drittliga-Reserve auf Rang 15 - die bisher schlechteste Platzierung in dieser Oberliga-Runde. Und die Karlsruher sind als Vorletzter nur noch zwei Punkte vor den Bissingern entfernt. Keine Frage: Krenn und seine Kicker geraten langsam unter Zugzwang.