Chur Football-Splitter

Der Gäste-Fanbereich besteht aus Europaletten. Foto: Sybille Munz
Der Gäste-Fanbereich besteht aus Europaletten. Foto: Sybille Munz
Chur / SMU 28.05.2013
Make noise for our defeeeeeense!" Die tiefe Bassstimme von Oliver Kraeft (30) dröhnt beim Viertelfinale durch das Stadion der Calanda Broncos. Das eidgenössische Gegenstück zu Halls Stadionsprecher Axel Streich gönnt seiner rauchigen Stimme keine Verschnaufpause.

Für das volltönende Timbre wird zwischen den Spielzügen schnell noch an einem Glimmstängel gezogen, bevor der nächste Extrapunkt mit einem "Der isch guuaaaad" kommentiert wird.

Nervös trippelt Chris Hediger vor dem Spiel an der Seitenbande auf und ab und überprüft elektrische Leitungen. Der 16-Jährige aus Zizers darf zum Aufgalopp die Schweizer Nationalhymne für die Broncos live auf seiner E-Gitarre spielen. "Es hat alles gut geklappt, ich war total aufgeregt", sagt der blonde junge Mann danach.

Wer bereits beim letztjährigen Viertelfinale in Wien dabei war, sieht sich in der Schweiz mit völlig anderen Verhältnissen konfrontiert. Von Schweizer Präzisionsarbeit ist nichts zu sehen. Die 25-Sekunden-Uhr ist zwar an beiden Seiten vorhanden, eine Anzeige erscheint aber nicht. Wieviel Restspielzeit bleibt, dürfen die 120 mitgereisten Haller Fans selber schätzen, eine Spielzeituhr ist im ganzen Stadion nicht zu finden. Wesentlich mehr Erfindergeist bewiesen die Eidgenossen beim Aufbau der Tore. An den Außenstangen der vorhandenen Fußballtore werden orange Plastikpuffer befestigt, den Abschluss bilden jeweils zwei weiß lackierte Baumstämme.

Bestens versorgt wird Jamian Emmanuel (2). Der Sprössling von Linebacker Daniel Emmanuel beobachtet in exponierter Lage am Spielfeldrand aus dem Kinderwagen heraus das Geschehen. Das exclusive Catering aus mitgebrachten Tupperdosen leistet Teammanagerin Birgit Brown.

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