Um es gleich vorwegzunehmen. So viele Narren waren schon lange nicht mehr bei einem Brauchtumsabend der Hungerberg-Hexen in der Alenberghalle. Fast 30 Vereine aus den Landkreisen Alb-Donau, Zollernalb und Reutlingen schickten am Freitagabend Abordnungen nach Münsingen.

Lag es am 25. Geburtstag des Narrenvereins oder an der Tatsache, dass man seit mehr als einem Jahrzehnt den Fasnetsball für geladene Gäste gleich zu Beginn der „Fünften Jahreszeit“ veranstaltet hat? Hexenmeister Winfried Leichtle, der nach eigenen Angaben dieses Mal 50 Gruppen absagen musste, hatte keine Antwort parat. Egal. Die, die Einlass in die Halle hatten, erlebten ein rund vierstündiges Feuerwerk mit viel Musik, akrobatischen Tänzen, Hexen-Pyramiden und Geistern. Die Gastgeber hatten weder Mühen noch Kosten gescheut, um wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen.

Aber nun zurück zum Anfang. Zu Beginn um 19.30 Uhr herrschte noch gähnende Leere in der Halle. Nein, die Narren hatten den Termin nicht verschlafen. Vielmehr hatten sie wegen der schneebedeckten Straßen enorme Schwierigkeiten, nach Münsingen zu kommen.

Etwas traurig schauten die Kinderhexen, als sie die fast leere Alenberghalle sahen. Deshalb entschlossen sich die Sprunghexen, ihren Programmpunkt vorzuziehen. Als dann der Nachwuchs an der Reihe war, hatten sich die Bänke bereits gefüllt. Nach dem Auftritt prasselte verdientermaßen ein Riesenapplaus auf die Jungs und Mädchen nieder, die eindrucksvoll zeigten, dass man sich in Münsingen keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss. Sie stehen den Großen in nichts nach und formten sich ebenfalls zu einer menschlichen Pyramide.

Zum Jubiläum hatten sich die Kleinen etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie baten Hexenmeister Winfried Leichtle sowie seine Stellvertreter Stefan Sulzer und Ralf Leichtle auf die Bühne und forderten sie auf, ihr Häs aus- und die mitgebrachten Tüllröcke anzuziehen und mit ihnen zu tanzen. Das Narrenvolk im bunt geschmückten Hexenkessel tobte vor Freude. Danach ging es Schlag auf Schlag mit der Narrenkapelle d’Achalmer aus Eningen, den Schäf aus Pfronstetten und den Galgenberg-Hexen aus Buttenhausen weiter. Außerdem traten die Narren aus Hundersingen, Münzdorf und Bad Urach auf. Viel Beifall ernteten auch die Albra Guggen aus Großengstingen sowie die Sternaberg Huzzla aus Böttingen. Den krönenden Abschluss gestalteten die Brandweinhexen aus Kohlstetten. Die hatten übrigens die jüngste Besucherin dabei: Die 20 Monate alte Matilda war mit einem Schallschutz-Kopfhörer ausgerüstet.

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Gruppen und Vereine beteiligten sich am Brauchtumsabend der Hungerberghexen. 50 weiteren Interessenten musste Hexenmeister Winfried Leichtle absagen.