Neben verschiedenen amerikanischen Weihnachtsliedern, traditionellen Gospels im A-cappella-Stil sowie klassischem Big-Band-Swing stand die "Gospel Mass" des Amerikaners Robert Ray im Mittelpunkt des mitreißenden Konzerts. Diese Messe kennt Chorleiter Girard Rhoden schon aus Studienzeiten in Illinois, seit ihrer Uraufführung vor 36 Jahren. Nun hat Bandleader Jens Nüßeler ein fetzig-funkiges Arrangement zu dem auf den englischen Texten der Messe und den Rhythmen und Harmonien afro-amerikanischer Musik basierenden Werk geschrieben.

Die anfänglichen Unsicherheiten waren spätestens jetzt verflogen, und Chor, Solisten und Band liefen zur Höchstform auf. Begeistert klatschte das Publikum mit und war kaum auf seinen Stühlen zu halten. Etliche Passagen erinnerten an die Kult-Musicals der 70er Jahre, an die Blues Brothers, und bei den Soli von Bass und Schlagzeug wurde es richtig rockig. Die Gesangseinlagen von Rebekka Sattelberger, Nora Rothfuchs, Raphael Beck und Donjin Choi rundeten das Ganze ab und sorgten für den richtigen Drive.

Doch auch bei den anderen Stücken waren die Spiel- und Sangesfreude der Band und des Chors in jeder Zeile zu spüren. Dabei erklangen Evergreens wie das von Girard Rhoden vorgetragene und oft so schmalzig durchgenudelte "White Christmas" gar nicht kitschig, sondern einfach nur schön. Ebenso "Amazing Grace", das a cappella mit einem Solo begann und dann vom Chor jazzig weitergeführt wurde.

Auf den stimmungsvollen Abschluss mit "Stille Nacht", bei dem alle, Chor, Band und Publikum, mitmachten, folgte als Zugabe noch einmal das fetzige "Sanctus" aus der Ray-Messe.