Luftreinhaltung Feinstaubfresser jetzt auch in Stuttgart

In Ludwigsburg steht bereits ein Feinstaubfresser.
In Ludwigsburg steht bereits ein Feinstaubfresser. © Foto: Jürgen Schmidt
Stuttgart / Dominique Leibbrand 01.06.2018

Moose, Nassreinigung, Kaminverbot: Im Kampf gegen Feinstaub ist in Stuttgart schon viel versucht worden. Jetzt will das Verkehrsministerium in einem gemeinsamen Pilotversuch mit dem Ludwigsburger Unternehmen Mann + Hummel Feinstaub mit moderner Filtertechnik aufsaugen. „Wir wollen nichts unversucht lassen, um den Grenzwert in diesem Jahr einzuhalten“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Ein Ziel, das erstmals zum Greifen nah ist: Die Feinstaubkonzentration in Stuttgart sinkt kontinuierlich. Ende 2018 wurden an der Messstelle Neckartor nur noch 45 Überschreitungstage gezählt – 18 weniger als im Vorjahr. Erlaubt sind 35. Und der Trend hält an: Bis Ende April wurden nach derzeitigem Stand 20 Überschreitungstage registriert. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum bereits 36 gewesen.

Teststart im Herbst

Zum Start der Feinstaub-Saison im Herbst sollen, so der Plan, rund um den Schadstoff-Hotspot Neckartor mehrere Filteranlagen positioniert werden. Das Prinzip des sogenannten Feinstaubfressers: Mit einem Ventilator wird Luft angesaugt und durch ein Filter-Vlies geleitet, das den Feinstaub zurückhält. Um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, wird die Apparatur bedarfsgerecht gesteuert. Laut Mann + Hummel reduzieren die Anlagen den durch Verkehr verursachten Feinstaub um bis zu 40 Prozent. Modellrechnungen für das Neckartor haben das Minderungspotenzial dem Verkehrsministerium zufolge bestätigt.

Die Firma testet das System bereits seit 2017. Sowohl über stationäre Anlagen als auch als mobile Version am Auto montiert. In zwei bis drei Jahren könnte es nach Angaben vom Dezember serienreif sein.

Sollten die Filter Wirkung zeigen und die Feinstaub-Werte bis Ende des Jahres tatsächlich eingehalten werden, ist Stuttgarts Luftproblem allerdings noch nicht gelöst. Denn gegen Stickstoffdioxid, dessen Konzentrationen in der Stadt immer noch deutlich über dem Grenzwert liegen, bringen die Filter nichts, wie der Ministeriumssprecher sagte. Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge drohen also auch weiterhin.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel