Göppingen Entsetzen über Hass-Kommentare

Göppingen / SWP 01.06.2018
Der Politiker Peter Hofelich hat die Hetze in sozialen Medien nach dem Suizidversuch im Landratsdamt kritisiert.

Nach dem Selbstmordversuch eines abgelehnten iranischen Asylbewerbers im Göppinger Landratsamt dankt der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD) in einer Pressemitteilung den Helfern vor Ort für ihr umsichtiges Verhalten. Den Betroffenen wünscht er schnelle Genesung.

Zugleich zeigte sich der Abgeordnete aber entsetzt über „abfällige und widerwärtige Kommentare“, wie sie kurz nach der Tat in sozialen Medien kursierten. Menschenverachtender Hetze müsse die gesamte Bürgerschaft entgegentreten, forderte Hofelich. „Statt vorschneller Äußerungen ist jetzt vorerst Zurückhaltung geboten, bis die Ermittlungen beendet und die Geschehnisse insgesamt aufgeklärt werden konnten. Angesichts der Tragödie in Göppingen bin ich entsetzt über die menschenverachtenden Kommentare und Hetzbotschaften auf einschlägigen Facebook-Seiten. Dagegen ist eine klare Haltung im Kreis Göppingen gefordert“, betonte der SPD-Abgeordnete. Wer schreckliche Tragödien für Hetze und Stimmungsmache im Internet missbrauche, dem müsse politisch und zivilgesellschaftlich noch entschiedener aufgezeigt werden, „dass es in der wehrhaften Demokratie auch Grenzen von Meinungsäußerung gibt“.

Auch die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens hat sich nach dem Suizidversuch des abgelehnten Asylbewerbers zu Wort gemeldet: „Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, der so etwas tut“, fragt die Politikerin in einer Pressemitteilung. Wieder einmal zeige sich, „dass wir nur ahnen können, in welch seelischer und psychischer Verfassung sich Menschen befinden, die hier bei uns um Asyl nachsuchen“. Ihre Gedanken begleiteten die Mitarbeiter im Landratsamt sowie den jungen Mann aus Iran.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel