Eine Million Elektroautos sollten bis 2020 auf den deutschen Straßen unterwegs sein – dieses ehrgeizige Ziel hatte sich die Bundesregierung 2010 gesetzt. Dass man dieses nun auf das Jahr 2022 vertagt hat, liegt sicherlich zum einen daran, dass die Elektroautos vielen Verbrauchern zu teuer sind. Zum anderen klagen Vielfahrer über die geringe Reichweite im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und die lückenhafte Ladeinfrastruktur.

Um die Initiierung eines flächendeckenden, bedarfsgerechten Netzes an Ladepunkten voranzutreiben, hat die Bundesregierung die „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ ins Leben gerufen. Dabei sollen 15 000 Ladepunkte, davon 10 000 für die Schnellladung und 5 000 für die normale Ladung bis einschließlich 22 Kilowatt, entstehen. Im Fördertopf befinden sich 300 Millionen Euro für den Neuaufbau von öffentlich zugänglichen
Ladepunkten. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines Zuschusses, die Höhe beträgt 40 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. „Der Vorteil für die Nutzer ist, dass sie ihre Elektrofahrzeuge überall in Deutschland nachladen können. Der Preis ist der gleiche wie an der heimischen Steckdose“, ergänzt Armin Schelian, Bereichsleiter Markt beim Albwerk, der das Projekt präsentiert hat.

Elektroladestation kommt

Im Rahmen der vergangenen Sitzung hat sich der Gemeinderat also dazu entschieden, in der Neuen Ortsmitte von Heroldstatt eine Elektroladestation mit zwei Ladesäulen einzurichten. „Es ist unsere Pflicht als Kommune, einen überregionalen Beitrag zu leisten“, so Bürgermeister Michael Weber. Der Auftrag wurde an das Albwerk erteilt, das sich während der Nutzungsdauer um sämtliche technische Anforderungen wie Authentifizierung, Bezahlung, Service und Wartung kümmert. Der Gesamtbruttopreis beträgt rund 17 500 Euro, die verbleibenden Kosten für die Gemeinde liegen nach Abzug der Förderung bei 11 768,76 Euro.

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr soll außerdem die Erweiterung der Tempo-30-Zone auf alle Wohngebiete einschließlich sonstiger Flächen im Ortskern Heroldstatt und im Südwestgebiet Heroldstatt-Ennabeuren beitragen. Ausnahme bleibt die Lange Straße, die auch weiterhin mit 50 Kilometern pro Stunde befahren werden darf. Nach rechtlichen Vorgaben gilt in Tempo-30-Zonen grundsätzlich rechts vor links. Dies würde eine Änderung der bestehenden Vorfahrtsregelungen erfordern und die Unfallgefahr an kritischen Punkten erhöhen.

Außerdem werden am Ennabeurer Weg auf Höhe der Volksbank und in der Ulmer Straße Fußgängerüberwege eingerichtet. „Dies ist ein milderes Mittel als die einst geplante Ampel im Ulmer Weg“, so Weber.

Das könnte dich auch interessieren: