Gaildorf / Klaus Michael Oßwald Durch die großen statischen Probleme im Ostflügel des Gaildorfer Alten Schlosses wird nun umgeplant: Im nordwestlichen Teil  sollen Galerieräume entstehen.

Statische Probleme im Ostflügel des Gaildorfer Alten Schlosses sollen behoben werden. Auf eine „Ertüchtigung“ dieses Gebäudeteils, um dort wieder Museums- und Galerieräume einzurichten, verzichtet die Stadt aus Kostengründen. Was nicht heißt, dass dieser Teil aufgegeben wird. Er soll nach Sicherungs- und Ausbaumaßnahmen nur nicht mehr schwer belastet werden.

Bernd Dollmann, Geschäftsführer des Neckarsulmer Planungsbüros Kreor Südwest, war um eine rasche Antwort auf die Ergebnisse der statischen Untersuchungen nicht verlegen: „Dann stellen wir unsere Planung einfach um“ – von Ost nach Nordwest. Dort sollen nun im ersten Obergeschoss als Galerie nutzbare Räume für die IG Kunst reserviert werden. Im zweiten Obergeschoss bereiten die Auswirkungen der geplanten Barrierefreiheit Kopfzerbrechen: Der Zugang vom Aufzug zum Weißen Saal müsste durch den Wurmbrandsaal erfolgen. Das heißt, wie es FWV-Fraktionschef Heinrich Reh formulierte, dass dann beide Säle nicht mehr gleichzeitig genutzt werden könnten. Durch den Aufzug sei zwar auch die Dürnitz erschlossen, nicht aber die Toilettenanlage. Noch nicht konkretisiert ist die künftige Nutzung der Räume im dritten Obergeschoss.

Einsturzgefährdet ist Gaildorfs Altes Schloss nicht. Dennoch müssen rasch Maßnahmen ergriffen werden.

In diesem Jahr sollen die Planungen mit Hochdruck weiterentwickelt werden. Höchste Priorität genießt auch die Fertigstellung der Hausmeisterwohnung. 2020 gelte es dann, die weiteren Maßnahmen in Angriff zu nehmen – in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt. Hier gelte es, betonte Bernd Dollmann, alles „sauber durchzuplanen“, auch um innerhalb des Budgets zu bleiben.

Ab 2021 schließlich geht es an das „Sorgenkind“ Ostbau, für das die Planungen – eben der Statik wegen – auf Eis gelegt werden mussten. Dabei handelt es sich um die auf eine noch festzulegende Nutzung ausgerichteten baulichen Maßnahmen und die barrierefreie Erschließung durch einen angedockten Aufzugsturm.

Mit Kompromissen leben

Aus Sicht von Bürgermeister Frank Zimmermann müssen Barrierefreiheit und Hausmeisterwohnung „so schnell wie möglich“ umgesetzt werden, damit „Kunst und Kultur eine neue Bleibe“ bekämen. Die IG Kunst habe sich dem Vorhaben gegenüber positiv geäußert, sagte er auf Anfrage von SPD-Fraktionschefin Margarete John.

CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Rebel befand das Konzept für „gut und stimmig“, gab aber zu bedenken: Für ein Gebäude in diesem Alter gebe es nicht die Super-Lösung, „wir müssten Kompromisse machen“. Am Ende segnete der Gemeinderat bei einer Enthaltung das Maßnahmenpaket ab.

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