Die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Firma Wehle Hartlöttechnik in Schalkstetten mündete in ein einziges Bekenntnis zum Mittelstand.

Geschäftsführerin Heike König erinnerte an die Anfänge des Unternehmens. 1965 hat Metalldrückermeister Josef Wehle aus seinem Firmenstammsitz Eybach heraus das Hartlötwerk in Schalkstetten gegründet. Zu jener Zeit eine Pionierleistung. Die Firma Wehle gehörte damals zu den ersten Hartlötwerken überhaupt. Josef Wehle gebühre der erste Dank, denn ohne den Mut jener eigenwilligen Unternehmerpersönlichkeit "hätten wir heute keinen Grund zum Feiern", betonte die Geschäftsführerin.

In ihrem Rückblick sprach Heike König auch die Insolvenz im Jahre 2012 an. Dabei lobte sie ihr Personal: ,,Sie waren es, die das Unternehmen mit unerschrockenem Engagement durch diese schwierige Zeit getragen haben." Auch in der Finanzkrise und den folgenden Jahren seien die Zeiten alles andere als einfach gewesen.

Gebangt haben damals auch die ehemaligen Eigentümer. "Sehen sie es einfach als Trost, dass es dieses Unternehmen heute noch unter dem Namen Wehle gibt", richtete König aufmunternde Worte an Gerda Wehle sowie die Familien Wehle und Hiller. Seit Heike König die Firma vor drei Jahren übernommen hat, wurde auf der Alb einiges in Technik und Arbeitsschutz investiert. Dass die Firma Wehle auch Arbeitsplätze außerhalb der Firma sichert, zeigte Bernd Paulus. Der Elektriker wurde stellvertretend für alle Handwerker geehrt, die bei Wehle ein- und ausgehen.

Neben dem Rückblick auf die Firmengeschichte richtete die Geschäftsführerin den Blick in die Zukunft des Unternehmens. Jüngste Investition ist ein neuer Löt-Ofen. "Der ist deutlich größer, sehr modern, computergesteuert und leistungsfähiger als unser gutes altes Stück", freute sich König.

Heiner Scheffold, Stellvertreter des Landrats, bescheinigte dem Firmengründer Josef Wehle echten Unternehmer-Mut, wie er 1939 erst in Eybach und 1965 dann in Schalkstetten Pionierarbeit geleistet habe. Rainer Gerlach, Einkaufsleiter bei der Firma Röhm in Sontheim/Brenz unterstrich die enge Verzahnung zwischen beiden Firmen: "Wenn Wehle hustet, ist Röhm krank". Gerlach lobte zudem das große Engagement beim Lieferanten, wo das Motto "Schaffa et schwätza" gelte.

Ortsvorsteher Hermann Eberhardt unterstrich die Bedeutung der Firma für Schalkstetten mit ihren Arbeitsplätzen vor Ort. Das sei für Schalkstetten sehr wichtig. Karl Schick, stellvertretender Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ulm, würdigte die Firma Wehle als mustergültiges mittelständisches Unternehmens. Heike König entspreche als typische schwäbische Unternehmerin dem Leitbild des ehrbaren Kaufmanns, unterstrich Schick, bevor er der Geschäftsführerin die Jubiläumsurkunde der Industrie- und Handelskammer überreichte.