Bietigheim-Bissingen Ein Quadratmeter Eishalle: Von Eis über Beton bis zum Handball-Feld

Thilo Dittmann, Leiter der Bäder und Eishallen, zeigt einen Quadratmeter des Eishallen-Bodens.
Thilo Dittmann, Leiter der Bäder und Eishallen, zeigt einen Quadratmeter des Eishallen-Bodens. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / MICHAEL KRAUTH 05.06.2015
In der EgeTrans Arena in Bietigheim-Bissingen wird bei Weitem nicht nur Eishockey gespielt. Wir haben uns einen Quadratmeter Eishallenboden einmal genauer angesehen.

Einen Quadratmeter Eishalle, oder genauer gesagt einen Quadratmeter Eishallen-Boden unter die Lupe zu nehmen, ist in diesen Tagen überraschender Weise gar nicht so einfach. Denn die feste Eisfläche, die man in der EgeTrans-Arena eigentlich vermuten würde, findet man vor Ort derzeit überhaupt nicht. Denn bereits kurz nach dem erfolgreichen Saison-Abschluss der Steelers Ende April habe man damit begonnen, die Eisfläche "abzubauen", wie Thilo Dittmann im Gespräch mit der Bietigheimer Zeitung kürzlich berichtete.

Der Leiter der Bäder und Eishallen bei den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen (SWBB) deutet auf den Betonboden, der unter dem Eis zum Vorschein kam - und aktuell gerade schon wieder unter einem mobilen Hallenboden verschwindet. Denn die Handballer der SG BBM spielen an diesem Freitag, 5. Juni, in der EgeTrans-Arena gegen den Bergischen HC. Hierfür wird ein Sport-Boden mit entsprechender Linierung von einem Team an Handwerkern eingebaut.

Vor diesem Hintergrund betrachtet ist ein Quadratmeter Eishallenboden übers Jahr hinweg einem stetigen Wandel unterworfen. Bereits in Richtung August wird auf die 1800 Quadratmeter große Fläche wieder neues Eis aufgebracht. Ab dann kann dort ein spezielles Camp für Nachwuchsspieler stattfinden und auch von den Jugend- und Erwachsenen-Mannschaften wieder mit dem regulären Trainingsbetrieb begonnen werden. Der "Eisaufbau" erfolgt vom Grundsatz her eigentlich nur einmal pro Saison, doch die Eisfläche selbst muss mit großem Aufwand sowohl nach den Trainingseinheiten als auch während und nach den Spielen aufwendig nachbearbeitet und gepflegt werden.

Ein Quadratmeter Eis besteht laut Dittmann streng genommen aus zahlreichen dünnen Eisschichten, die in einem aufwendigen Verfahren mit Hilfe einer Eismaschine übereinander auf dem Betonboden aufgebracht werden. Ziel sei es, am Ende eine Eisdecke von dreieinhalb Zentimetern zu erhalten, in die unter anderem auch Werbeschriftzüge eingefügt werden können. Die reguläre Werbung in der Mitte des Spielfelds werde einmal pro Saison "eingefroren" und erst wieder beim Abbau beseitigt. Es habe jedoch auch schon die Situation gegeben, dass man beispielsweise bei einem Eishockey-Länderspiel die regionale Werbung durch neue Werbe-Schriftzüge überdecken musste.

Damit die Eisfläche über die Monate hinweg nicht abtaut, kommt in der EgeTrans-Arena ein komplexes Kühlsystem zum Einsatz. So befinden sich unterhalb der Betonfläche des Spielfelds Rohre mit einer Gesamtlänge von 23 Kilometern. In diesen zirkuliert das Kältemittel, um den Boden unter dem Eis konstant herunterzukühlen. Doch nicht nur von unten, sondern auch von oben wird dafür Sorge getragen, dass die Eisfläche ihren optimalen Zustand nicht verliert.

So gibt es direkt über der Eisfläche ein eigenes Lüftungssystem, das Luft mit einer Temperatur von 8 Grad Celsius auf das Spielfeld bläst. Hierduch wird das Spielfeld konstant kühl gehalten. Begrenzt wird diese Kühlung von den Scheiben am Spielfeldrand. Hinter diesen müssten die Eishockey-Fans im Zuschauerraum auf ihren Plätzen nicht frieren - denn dort sorge wiederum ein zweites Lüftungssystem für eine angenehme Temperatur in der großen Halle.

Abschluss der Serie

Mit diesem Artikel geht die Serie zum Thema "Ein Quadratmeter" in der Bietigheimer Zeitung zu Ende. In den vergangenen Wochen wurden unter anderem ein Quadratmeter Mosaik, Asphalt oder Streuobstwiese unter die Lupe genommen.

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