Ehingen mit unbändigem Willen

WERNER GALLBRONNER 24.12.2012
Ein am Ende sehr emotionsgeladenes Spiel hat die Rumpfmannschaft der TSG Ehingen knapp für sich entschieden. Dabei schienen die Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit Dornbirn schon im Griff zu haben.

Einen Handball-Krimi mit gutem Ende haben die Zuschauer in der Längenfeldhalle am Samstag zu sehen bekommen. Das letzte Aufgebot von Trainer Bernhard Zeiler - vier Spieler der Zweiten waren im Kader - meisterte seine Bezirksliga-Aufgabe gegen die TS Dornbirn kurz vor den Feiertagen mit 34:33 (17:17) erfolgreich und machte damit sich und ihrem Coach ein schönes Weihnachtsgeschenk.

"Das war ein super, super Spiel, das hat mir sehr gut gefallen", freute sich der erleichterte Zeiler. Die Ehinger bleiben damit auf Platz drei und haben den gar nicht so üppigen Abstand zum Tabellenkeller vergrößert. "Ich hoffe ganz, ganz fest, dass die Mannschaft da gesehen hat, wie Einsatz und Wille Berge versetzen kann." Eine Hiobsbotschaft erreichte den Trainer schon am Freitag Abend: Im Abschlusstraining hatte sich Alexander Seewald "bei einer ganz einfachen Aktion" an der Schulter verletzt und fiel fürs Spiel aus. Eine Untersuchung heute beim Arzt soll nähere Erkenntnisse bringen.

Auch Patrick Vögtlin fühlte sich unwohl, ließ sich aber auf dem Spielfeld davon nichts anmerken, im Gegenteil: "Er hat gekämpft wie ein Bär", lobte Zeiler.

Gegen eine Variante in der Abwehrformation - Lukas Fiesel spielte in einer 5-1-Deckung vorgezogen mit besonderen Aufgaben - fanden die österreichischen Gäste zunächst kein Mittel. Deren beste Waffe blieb der Tempogegenstoß. Nach zwischenzeitlicher vier-Tore-Führung für die TSG ging es ausgeglichen (17:17) in die Halbzeitpause. Im zweiten Durchgang führten die Hausherren bereits mit fünf Treffern, hatten die TS Dornbirn relativ gut im Griff. Doch Mitte der zweiten Halbzeit machte sich Ermüdung breit, schien dem kleinen Kader die Kraft auszugehen. Binnen weniger Minuten kam Dornbirn mit seinen schnellen Gegenangriffen zum Ausgleich.

Nun kam Gift in die Partie: Spieler der Gäste motzten wegen Schiedsrichter-Entscheidungen, ihr Trainer schrie herum und wurde von den Unparteiischen für zwei Minuten vom Spielfeldrand weg geschickt. "Es war nicht so, dass die Schiedsrichter uns bevorteilt hätten", sagte Zeiler. Dennoch blieben die Ehinger diszipliniert, so Abteilungsleiter Jürgen Prang, was vielleicht den Unterschied ausmachte. Denn bis zum Ende wogte die Partie nun hin und her, mal führte Dornbirn, mal Ehingen. Die TSG bewahrte im heißen Kampf kühlen Kopf und holte so beide Punkte.

Bis zum neuen Jahr steht nun aktive Erholung an: "Die Spieler sollen privat joggen gehen", so Zeiler. Vom 2. Januar an beginnt dann die Vorbereitung auf die nächste Partie in Lehr (13. Januar), wo ohne Harz gespielt werden muss.

TSG: Geyer, Cicchese - Dietz, Vögtlin, Deckwitz, Fiesel, Mall, Freudigmann, Bachmann, Neimann, Prang.

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