London Dressur-Bundestrainer Hilberath hört nach Olympia auf

Jonny Hilberath betreibt hauptberuflich einen Ausbildungsstall im niedersächsischen Scheeßel. Foto: Jochen Luebke
Jonny Hilberath betreibt hauptberuflich einen Ausbildungsstall im niedersächsischen Scheeßel. Foto: Jochen Luebke
London / Von Michael Rossmann, dpa 03.08.2012
Die erste Entscheidung ist schon vor dem letzten Ritt in London gefallen: Dressur-Bundestrainer Jonny Hilberath hört nach den Olympischen Spielen auf.

"Er steht als Cheftrainer nicht mehr zur Verfügung", bestätigte Dennis Peiler der Nachrichtenagentur dpa. Der Sportchef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sagte weiter: "Das ist sehr schade, wir hätten gerne mit ihm weitergemacht, weil er einen tollen Job macht."

Der 57-Jährige war im April nach dem plötzlichen Tod von Holger Schmezer vom Assistenz- zum Cheftrainer befördert worden. Hilberath sagte nun in London: "Ich habe meinen Betrieb zu Hause. Der Aufwand ist zu groß." Er betreibt im niedersächsischen Scheeßel einen Ausbildungsstall. "Ich bin kein Mann für halbe Sachen", sagte der Dressur-Ausbilder, der möglicherweise in anderer Funktion im Trainerteam arbeiten wird.

Als Chefcoach-Nachfolgerin gilt derzeit Monica Theodorescu (Sassenberg). "Auch Monica spielt in unseren Überlegungen eine Rolle", bestätigte Peiler, ohne weitere Details zu nennen. Die 49 Jahre alte Reiterin ist dreimalige Mannschafts-Olympiasiegerin und arbeitet als Trainerin.

In der Vielseitigkeit ist die Situation einfacher. Alles läuft auf eine Vertragsverlängerung mit Hans Melzer (61) aus Salzhausen und dem Briten Chris Bartle (60) hinaus. "Die Signale sehen sehr gut aus, dass wir mit beiden Richtung Rio gehen", sagte Peiler: "Es ist allerdings noch nichts unterschrieben." Melzer und Bartle sind seit 2001 im Amt und für den Verband echte Erfolgsgaranten. Das Duo hat das deutsche Team unter anderem zu zwei Olympiasiegen und zur Weltmeisterschaft 2006 geführt.

Offen ist die Situation hingegen im Springreiten mit Bundestrainer Otto Becker. "Wir müssen hier erstmal reiten", sagte der 53-Jährige aus Sendenhorst. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen, das muss ich in Ruhe überlegen. So eine Entscheidung fällt man nicht mal eben so, das ist ja eine Festlegung für mehrere Jahre." Die Verträge der Trainer in den drei olympischen Pferdesport-Disziplinen gelten im Regelfall für jeweils vier Jahre. Sie laufen in den Jahren mit Olympischen Spielen aus.

Der Verband würde offensichtlich sehr gerne mit Becker verlängern, der zuletzt mit der deutschen Equipe bei EM und WM Gold gewonnen hatte. "Wir werden die Olympischen Spiele abwarten", sagte der FN-Sportchef. Peiler.

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