Zentralmelderegister.de Rechte Lehrer werden doch nicht verpetzt

Wenn es nach der „Stay Behind Foundation“ geht, sollen Schüler sich im Unterricht – und nicht ihre Lehrer online – melden. (Symbolbild)
Wenn es nach der „Stay Behind Foundation“ geht, sollen Schüler sich im Unterricht – und nicht ihre Lehrer online – melden. (Symbolbild) © Foto: Marijan Murat/dpa
Ulm / Moritz Clauß 09.10.2018
Auf einem Online-Portal konnten Lehrer scheinbar für rechte Äußerungen denunziert werden. Doch die Seite ist wohl ein Fake.

Das Portal Zentralmelderegister.de sorgt seit dem Wochenende für Aufregung im Netz. Auf der Seite können Nutzer angeblich die Daten von Lehrern veröffentlichen, die sich rechtsradikal oder rechtspopulistisch geäußert haben. Mit einem Online-Formular könne man „Lehrkräfte schnell und sicher melden“, heißt es auf der Website.

Nun hat sich herausgestellt: Die Seite ist wohl ein Fake. Das berichtet BuzzFeed mit Hinweis auf einen Facebook-Post der „Stay Behind Foundation.“ Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Aktivisten, die nach eigenen Angaben mit Sorge beobachtet, dass hierzulande immer öfter politische Gegner und Andersdenkende persönlich angegriffen und denunziert würden.

Konkret geht es den Aktivisten um eine Entwicklung in der AfD: Deren Hamburger Landesverband hatte ein Kontaktformular eingerichtet, über das Lehrer gemeldet werden können, die „AfD-Bashing“ betreiben oder „unsachliches Unterrichtsmaterial“ verbreiten – so die Partei auf ihrer Website. Die AfD überprüft eigenen Angaben zufolge die Vorwürfe und leitet die Informationen gegebenenfalls an die zuständige Schulbehörde weiter. Weitere Landesverbände der AfD – darunter auch Bayern und Baden-Württemberg – wollen mit ähnlichen Portalen nachziehen.

Die Aktivisten der „Stay Behind Foundation“ geben an, dass ihr Fake-Portal eine Reaktion auf derartige Angebote der AfD sei. Um zu zeigen, dass es falsch ist, andere Menschen zu denunzieren und einzuschüchtern.

In den vergangenen Tagen war das vermeintliche Zentralmelderegister von verschiedenen Seiten scharf kritisiert worden. „Das anonyme melden von Pädagoginnen und Pädagogen halten wir für sehr gefährlich und problematisch“, schrieb etwa der Autor Andre Wolf auf der Seite mimikama, die über Internetmissbrauch aufklärt.

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