Rosengarten Klärwerk: Die „Zöpfe“ müssen ab

Rosengarten / Beatrice Schnelle 01.06.2018
Weil sich Grobstoffe in den Belüftern absetzen, muss die Rechenanlage im Westheimer Klärwerk erneuert werden.

In der Kläranlage Westheim bilden sich an den Belüftern unschöne „Zöpfe“. Die Verdichtungen bestehen aus Schlamm und zähen Faserstoffen, wie sie unter anderem in kosmetischen Feuchttüchern verarbeitet werden.

Die Belüfter wurden zwar erst 2017 erneuert, was die Reinigungswerte wesentlich verbessert und den Stromverbrauch der Anlage deutlich reduziert habe, erläutert Claus-Peter Grimm vom gleichnamigen Ellwanger Ingenieurbüro vor dem Gemeinderat. Durch den effizienteren Betrieb würden sich nun jedoch andere Strömungen im Klärbecken bilden und der vorgeschaltete Rechen aus dem Jahr 2007 sei nicht feinmaschig genug, um die groben Stoffe herauszufiltern. Die so in den Belüftern entstehenden „Zöpfe“ würden den Sauerstoff­eintrag stark einschränken. Derzeit müssen sie vom Klärwerkpersonal in mühsamer Handarbeit entfernt werden.

Zu viele Feuchttücher benutzt?

Seine Recherche habe ergeben, dass das Problem in dieser Form bei anderen Anlagenbetreibern nicht bekannt sei, berichtet Grimm. Zu Testzwecken hatten die Ingenieure zunächst im Zulauf des Beckens nach dem vorhandenen Rechen ein engmaschiges Sieb eingestellt. Dies sei bereits nach wenigen Minuten stark von Faser- und Feststoffen belegt worden. Dass der Grund für die Verzopfung die überdurchschnittliche Beliebtheit von Feuchttüchern in den Rosengartener Haushalten sein könnte, glaubt der Fachmann jedoch nicht.

Abhilfe schaffen kann seiner Einschätzung nach nur eine neue Rechenanlage nebst Rechengutpresse, Schalt- und Steueranlage für rund 40.000 Euro. Zusätzlich soll ein einfacher, manuell leicht zu reinigender Stabrechen zur Entfernung zirkulierender Feststoffe zum Einsatz kommen. Eine ähnliche Anlage werde bereits seit einigen Jahren erfolgreich auf der Kläranlage Tullau betrieben.

Die Kosten sollen sich relativ rasch amortisieren: Durch die Anschaffung entfalle der Aufwand für die wöchentlichen manuellen Reinigungsarbeiten an den Oberflächenbelüftern, die Grimm mit 8320 Euro pro Jahr beziffert. Beim für das Jahr 2030 geplanten Anschluss der Westheimer Anlage an die Kläranlage Bibersfeld könne der Rechen zum Schutz des neuen Pumpwerks weiter genutzt werden, da der Zulaufbereich mit Hebewerk und Regenüberlaufbecken erhalten bleibe. Insofern sei die neue Mechanik auch als langfristige Zukunftsinvestition zu sehen.

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