Weymouth Deutsche Olympia-Segler nicht abgebrüht genug

Den Starbootseglern Robert Stanjek und Frithjof Kleens konnten ihren achten Platz im Gesamtklassement halten. Foto: Gerry Penny
Den Starbootseglern Robert Stanjek und Frithjof Kleens konnten ihren achten Platz im Gesamtklassement halten. Foto: Gerry Penny
dpa 03.08.2012
An einem Segel-Tag mit Licht und Schatten gelang das beste Ergebnis Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann. Die 49er-Segler holten bei den Olympischen Spielen den ersten deutschen Tagessieg vor Weymouth.

Mit den Rängen drei, eins und zehn rückten die Kieler vier Wettfahrten vor dem Medaillenfinale auf Platz 14 vor. Nach dem verpatzten Auftakt mit einem Frühstart und zwei Kenterungen haben Schadewaldt und Baumann nun wieder Hoffnung, doch noch das Medaillenrennen der besten zehn Mannschaften zu erreichen.

Die Starbootsegler Robert Stanjek und Frithjof Kleen verbesserten sich mit den Rängen neun und vier auf Platz sieben. Die Berliner sicherten sich damit ihre Teilnahme im Medaillenrennen der Starboote, haben aber keine Chance mehr auf Edelmetall. Vorschoter Kleen sagte: "Uns fehlte hier die letzte Abgebrühtheit, aber wir sind nicht unzufrieden. Es ist unsere erste Olympia-Teilnahme. Zwischen den Plätzen vier und neun ist am Sonntag alles offen. Das Treppchen wird wohl exakt so aussehen wie in China."

Top-Favorit für das Medaillenrennen der Stare sind die Briten Iain Percy und Andrew Simpson, die schon vor vier Jahren Robert Scheidt und Bruno Parda aus Brasilien sowie Freddy Loof und Max Salminen auf die Silber- und Bronze-Plätze verwiesen hatten.

Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher aus Hamburg sahen die 470er-Flotte bei ihrem Olympia-Debut nach einer Kenterung zunächst von hinten. Mit den Rängen 19 und 2 reihte sich das Duo bei seiner Olympia-Premiere nach dem ersten Tag auf Platz zehn ein. Friederike Belcher, deren Ehemann Matthew Belcher im 470er-Männerfeld auf Medaillenkurs segelt, sagte: "Wir waren im ersten Rennen wohl etwas übereifrig, hatten zwei eher zögerliche Starts. Das zweite Rennen hat dann Spaß gemacht."

Der Lübecker Lasersegler Simon Grotelüschen verbesserte sich auf Platz sechs im Zwischenklassement. Der Mediziner hat zwei Wettfahrten vor dem doppelt gewerteten Medaillenrennen der Laser am 6. August 27 Punkte Rückstand auf den Bronzeplatz. "Der Abstand nach vorne ist sehr weit. Ich muss morgen zwei saubere Rennen fahren", sagte er.

Das Duell des Tages lieferten sich einmal mehr Großbritanniens Segelstar Ainslie und der Däne Jonas Hogh-Christensen: Im Stile eines Champions gewann der Brite die letzte Wettfahrt vor dem Medaillenrennen der Finnsegler am Sonntag. In der Gesamtwertung trennen den führenden Dänen und seinen britischen Verfolger nur noch zwei Punkte, die Ainslie im doppelt gewerteten Finale mit einem Platz vor dem Dänen gutmachen kann.

"Ich erwarte, dass Ben bereits vor dem Start seine Trickkiste auspackt", sagte Hogh-Christensen. Ben Ainslie könnte mit der vierten Goldmedaille inklusive der 1996 gewonnenen Silbermedaille zum erfolgreichsten Olympia-Segler der Geschichte aufsteigen. Den Rekord hält der Däne Paul Elvström mit vier Olympiasiegen.