SG BBM Der Spitzenreiter zeigt seine Klasse

Die Bietigheimerin Antje Lauenroth setzt sich akrobatisch gegen Franziska Müller am Blomberger Kreis durch. Müller erzielte sechs Tore für die Gastgeberinnen, Lauenroth trug vier Tfeffer zum Sieg der SG BBM bei.
Die Bietigheimerin Antje Lauenroth setzt sich akrobatisch gegen Franziska Müller am Blomberger Kreis durch. Müller erzielte sechs Tore für die Gastgeberinnen, Lauenroth trug vier Tfeffer zum Sieg der SG BBM bei. © Foto: Paul Cohen
Von Dietmar Welle 31.12.2016

Die schon im Vorfeld kaum für möglich gehaltene Überraschung ist ausgeblieben. Vor 899 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle an der Ulmenallee hat Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe das finale Spiel des Jahres 2016 nach einer bemerkenswerten Leistung verloren. Der Tabellenführer SG BBM Bietigheim setzte sich dank seiner außergewöhnlichen individuellen Stärke mit 39:31 (19:15) durch.

Mit großem Applaus verabschiedeten die Handball-Anhänger beider Lager die Mannschaften ins neue Jahr. Denn die 60 Minuten hatten teils erfrischenden Sport gezeigt. Blomberg-Lippe verkaufte sich vor allem in den ersten 25 Minuten ausgezeichnet und bot dem Favoriten die Stirn. Und das mit einer kämpferischen wie auch handballerisch tollen Darbietung. Die Bietigheimer Abwehr sah sich immer wieder vor große Probleme gestellt, musste gar nach einer guten Viertelstunde das 10:8 durch Franziska Müller hinnehmen und durch die überragende Kathrin Pichlmeier in Unterzahl das 12:10.

Doch dann erlaubten sich die Lipperinnen technische Fehler – und schwupps war Bietigheim in seinem Element und machte aus dem 14:14 durch die nicht aufzuhaltende Susann Müller, Torfrau Tess Wester,, Angela Malestein und Kim Naidzinavicius das 18:14. Die Vorentscheidung.

HSG-Trainer André Fuhr hatte schon längst seinen Rückraum fast komplett durchgewechselt, um den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Doch Fehler bestrafte Bietigheim vor allem im zweiten Abschnitt mit einer gnadenlosen Konsequenz. Zunehmend entwickelte Kim Naidzinavicius ihre Torgefährlichkeit und führte an der Seite von Susann Müller ihre Mannschaft über 27:22 und 35:25 zum unter dem Strich nicht gefährdeten 39:31.

SG-Coach Martin Albertsen beglückwünschte Blomberg nach dem Spiel: „Das war eine tolle kämpferische Leistung einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt fightet.“ Albertsen hatte seine Truppe nach der EM-Pause im Training besonders intensiv im Angriff auf die HSG eingestellt und in einem zweitägigen Trainingslager in Leipzig akribisch auf die Partie in Ostwestfalen vorbereitet. „Die 39 Treffer machen mich glücklich“, freute sich der Däne. Er haderte allerdings mit der Abwehrarbeit: „31 Gegentreffer sind deutlich zu viel.“

Der Blomberger Coach Fuhr lobte unumwunden die Bietigheimerinnen: „Das ist eine bemerkenswerte Mannschaft und zudem ist sie eine Werbung für den Frauenhandball.“ Doch Fuhr wusste auch: „Wenn wir diese Leistung auch beim 19:20 am Mittwoch in Dortmund gezeigt hätte, dann hätten wir die Punkte mitgenommen.“

Für die SG BBM Bietigheim geht es schon am Mittwoch in der Liga weiter. Um 20 Uhr gastiert dann der Aufsteiger Neckarsulmer Sport-Union in der Halle am Viadukt.

So spielten sie

Blomberg – Bietigheim 31:39
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; da Silva Vieira (1), Rüffieux (4), Klaunig (4), Franziska Müller (6), Franz, Pichlmeier (9/3), Gera (1), Großheim, Petersen, Stolle (4), Huber, Cardoso de Castro (2).
SG BBM Bietigheim: Roch, Salamakha, Wester; Biltoft (1), Visser (2), Lauenroth (4), Mack, Nina Müller (4), Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (12/1), Hundahl (1), Woller (3), Susann Müller (7), Malestein (4), Anastacio.
Siebenmeter: 4/3 – 1/1; Zwei-Minuten-Strafen: 2 – 6; Schiedsrichter: Michael Klip (Oberursel), Christoph Maier (Steinbach); Zuschauer: 899.