LARS-ERIC HERFURTH Dieser Tage feiern Margit und Heinrich Ecker das 25-jährige Bestehen von „Erdapfel Naturkost“. Doch eigentlich reicht diese Erfolgsgeschichte bereits zurück bis ins Jahr 1983.
In Neu-Ulm führten die beiden gelernten Lebensmittelhändler einen konventionellen Großhandel mit eigener Kaffee- und Nussrösterei. Ihre Tätigkeit öffnete ihnen im Laufe der Zeit die Augen, worauf bei einer gesunden Ernährung geachtet werden muss. Weil sie auch den Bedarf erkannten, wurde provisorisch ein Teil des Lagers abgetrennt und darin ein Verkaufsraum eingerichtet. Schon zu dem Zeitpunkt firmierten sie unter der Bezeichnung „Erdapfel Naturkost“. Und unter diesem Namen wurde 1987 auch ein Ladenlokal in Söflingen eröffnet. Zu Beginn als zweites Standbein gedacht, standen in der Neuen Gasse 100 qm zur Verfügung. Doch schnell stießen Margit und Heinrich Ecker an ihre Grenzen – allerdings nur an die räumlichen. „Ich kann mich noch erinnern, dass schon ein paar Leute an der Kasse den Laden blockierten. Nicht selten mussten Kunden unverrichteter Dinge den Rückweg antreten, weil sie noch nicht einmal mehr zur Käsetheke vorgestoßen wären“, erinnert sich Heinrich Ecker. Ein unhaltbarer Zustand, der 2006 endlich beseitigt werden konnte. In diesem Jahr übersiedelte „Erdapfel Naturkost“ endlich in die ehemaligen Räumlichkeiten eines Jeansgroßhändlers in die Schlösslesgasse 10. Hier gab es mit 400 qm Verkaufsfläche (zuzüglich eines Lagers) ausreichend Platz, um ein umfangreiches Naturkostangebot präsentieren zu können.
Die beeindruckende, zehn Meter lange Theke mit den verschiedensten Molkereiprodukten ist nur ein Beispiel. Im Bereich daneben werden täglich 80 verschiedene Backwaren angeboten. Sie kommen aus drei eigenen Öfen, hergestellt nach traditionellen Rezepturen, und werden jeden Tag von sechs weiteren Biobäckern geliefert. Das Sortiment wird beweglich gestaltet, um die Wünsche der Kunden optimal und auf dem Punkt bedienen zu können. Besondere Angebote machen immer wieder neugierig, etwas Neues kennenzulernen.
 
Der volle Geschmack der Region
Handarbeit, fairer Handel, artgerechte Aufzucht bei tierischen Produkten sowie gesundes Obst und Gemüse aus nachhaltiger Landwirtschaft spielen bei „Erdapfel Naturkost“ eine herausragende Rolle. Penibel wird darauf geachtet, dass die Vorgaben und Richtlinien exakt eingehalten werden. Ausgelöst durch die Katastrophe von Tschernobyl im April 1986 ging ein Ruck durch das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und mittlerweile haben selbst große Filialisten die Zeichen der Zeit erkannt und sind auf den Zug der Bio-Produkte aufgesprungen. Sie nehmen Errungenschaften für sich in Anspruch, die bei „Erdapfel Naturkost“ schon längst gang und gäbe sind. Doch Dank ihrer Erfahrung und Verbindungen sind Margit und Heinrich Ecker oft diese entscheidende Nasenlänge voraus: Weil Lieferverbindungen gehegt und gepflegt werden, erhalten sie bei Produkten den Vorrang, die anderenorts manchmal kaum noch zu erhalten sind. Auf regionale Bezugsquellen wird ausdrücklich Wert gelegt. Besonderes Augenmerk gilt der Nachvollziehbarkeit der Herkunft und möglichst kurzen Transportwegen zu Gunsten der Kundschaft und Umwelt. „So unterstützen wir auch Projekte wie die Nachzucht des ,Hällischen Schweins’ durch die bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall“, berichten Eckers. Das Borstenvieh entspricht zwar nicht den Turbo-Mast-Bedingungen der industriellen Aufzucht, aber der Geschmack und die Nachhaltigkeit geben den Ausschlag. „Wir finden das ganz toll, was die Bauern da machen“, sagt Margit Ecker.
Dass sie und ihr Mann den Blick über den Tellerrand beherrschen, zeigt auch der Bistro-Bereich bei „Erdapfel Naturkost“. Auf drei Tischen stehen frische Blumen, bequeme Kissen laden auf den gemütlichen Sitzmöbeln zum Verweilen ein. Der Kaffee stammt aus der eigenen Herstellung, die Bohnen kommen von einer Kooperative, mit der fair gehandelt wird. Von 11 bis 14 Uhr wird warmer Mittagstisch serviert. Alles in allem wird auch dieses Angebot so gut angenommen, dass ein eigenes Bio-Bistro in Planung ist.
In diesen Tagen gibt es zur Feier des 25-jährigen Bestehens bei „Erdapfel Naturkost“ wechselnde Sonderangebote und ein ziemlich schwergewichtiges Gewinnspiel: Wer errät, welches Gewicht ein ausgestellter Emmentaler-Laib auf die Waage bringt, kann ein tolles Wochenende in einem Südtiroler Biohotel gewinnen.
 
Info Erdapfel Naturkost
Schlösslesgasse 10
89077 Ulm-Söflingen
Tel: 0731 38 68 93
www.erdapfel-naturkost.de