Metzingen Dem Rebensaft auf der Spur

Die Besucher ließen sich die Stimmung durch das trübe und feuchte Wetter nicht vermiesen.
Die Besucher ließen sich die Stimmung durch das trübe und feuchte Wetter nicht vermiesen. © Foto: Peter Swoboda
Metzingen / Peter Swoboda 02.09.2018

Dass der Metzinger Weinberg  gestern nicht von Besuchermassen  gestürmt wurde, lag wohl am herbstlich-feuchten Wetter. Dennoch nutzten viele  den Sonntag, um am Weinkulturtag den Weinberg-Traufweg entlangzuschlendern.  Dort konnten sich die Gäste  an zehn Stationen gütlich tun.

Außer diversen Metzinger Weinen und Säften gab es kulinarische Köstlichkeiten, die man nicht jeden Tag vorgesetzt bekommt. Im Angebot waren neben Steaks und Currywurst geräuchertes Forellenfilet, Rauchfleisch vom Wildschwein, Baguette mit Kräuterkäse, frische Waffeln oder Schnittlauchkuchen. Lauter Leckereien, die hervorragend mit den Weinen der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen korrespondieren. Der Weinkulturtag soll den Menschen den heimischen Rebensaft nahebringen.

Viele Besucher taten das Richtige und ließen ihr Auto zu Hause oder stellten es in der Stadt unten ab. Für sie war ein Shuttle-Service eingerichtet. Der Kleinbus hat an fünf Stellen Halt gemacht: am Weinbaumuseum auf dem Kelternplatz, am Rewe-Parkplatz, an Station eins  des Traufweges beim Grünen Häusle, an Station sieben sowie an Station zehn beim Falkenberghaus. Dort drehte der Shuttlebus um und fuhr wieder zurück.

Allerdings war es mitunter schwierig, den Bus zu erwischen, denn feste Abfahrtszeiten gab es nicht. „Das“, so Jochen Krohmer, Geschäftsführer der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH, „konnten wir nicht anders machen, so etwas kann man nicht takten.“ Um die Besucher umfassend über den Metzinger Wein und den Weinbau in der Sieben-Keltern-Stadt informieren zu können, wurden zwei Führungen durch den Weinberg angeboten. Schließlich soll der Weinkulturtag alles andere als eine große Hockete sein. Zudem konnten sich die Besucher an den Ständen der regionalen Anbieter über deren Produkte informieren. Darüber hinaus konnten sich die Gäste bei einem Schnupper-Lach-Spaziergang erholen oder mit dem E-Bike eine Runde drehen, ganz nach Geschmack. Im Rahmen des Weinkulturtages wurde gestern am späten Vormittag das Grüne Häusle offiziell eröffnet. Das ehemalige Pumpen- und Verteilerhaus des Wasserhochbehälters Metzingen an der Weinbergsteige wurde in dreijähriger Arbeit vom Förderkreis Metzinger Keltern (FMK) saniert und hergerichtet.

Kurt Mende, der neue Vorsitzende des FMK, bezeichnete des Grüne Häusle als Anschluss-Projekt nach dem Anlegen des Weinerlebniswegs. Das Haus soll laut Mende ganz bewusst kein Museum sein, denn das Weinbaumuseum sei ja auf dem Kelternplatz. „Es ist“, so Kurt Mende weiter, „ein Depot für Gerätschaften  und Werkzeuge des Weinbaus. Und man könne es bei Führungen auf dem Weinerlebnisweg nutzen, um die Teilnehmer vom Metzinger Wein probieren zu lassen.

Metzingens Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde, die seit vergangenen Freitag Mitglied im FMK ist, freute sich, dass der Verein das Häuschen saniert hat und auf diese Weise nutzt. Die Stadt Metzingen bleibt Eigentümerin des Objekts.

Vor drei Jahren haben sich laut Frieder Lemmer zunächst zehn Vereinsmitglieder daran gemacht, eine Planung für das Häusle zu erstellen, damit man ihm wieder Leben einhauchen könne. Später waren es dann 18 fleißige Helfer, die mitgearbeitet haben. Das Grüne Häusle eignet sich laut Lemmer hervorragend als Eingang zum Weinerlebnisweg. Die Objekte, die darin versammelt sind, seien nicht restauriert worden, nur gesäubert. „Sie sehen so aus“ so der Festredner, „als hätte sie der Wengerter gerade erst beiseite gestellt.“ Vor vier Wochen sei das Häusle noch leer gewesen, bevor es in einer „Hauruck-Aktion eingerichtet“ wurde. Sprach’s und bedankte sich bei der Stadt Metzingen und bei der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen für die finanzielle Unterstützung.

Zehn Stationen auf dem Weinberg-Traufweg

An zehn Stationen konnten sich die Gäste am Weinkulturtag mit allerlei Leckereien stärken und dabei Metzinger Wein genießen. Aufgestellt waren die Stände entlang des Traufwegs auf dem Metzinger Weinberg.

Ganz am Anfang des Weges war es der Förderkreis Metzinger Keltern, der die Gäste bewirtete.

An Station zwei konnte man es sich beim Kelternverein Neuhausen gemütlich machen und an Station drei bei der Weingärtnergenossenschaft.

An Station vier bei Annes Haus und Garten gab es jede Menge Info-Material. Auch am Stand des Fördervereins Obstbaumuseum Glems konnte man einkehren (Station fünf). An Station sechs war der Info-Stand der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH sowie der Bikedoctor Metzingen. Weiter auf dem Weg Richtung Falkenberghaus  kamen die Besucher  an den Ständen von Reusch Fruchtsäften und dem Auhof Neuhausen vorbei, bevor man sich beim Mostbesen „zur alten Schreinerei“ stärken konnte.

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