Das geht ja gar nicht: Inzwischen ließen sich immer mehr Kommunen in gewissen Waldgebieten den Nutzungsverzicht, der für das Biosphärengebiet verbindlich festgelegt ist, als Ökopunkte auf das baurechtliche Ökokonto anrechnen. Das beklagte Reiner Frohnmüller, Schatzmeister des BUND-Regionalverbands Donau-Iller, vor Pressevertretern.

Der Umweltverband bezeichnet dieses Vorgehen sogar als Gesetzesverstoß, denn: Bei der Gründung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb im Frühjahr 2008 hatten etliche beteiligte Gemeinden Waldfläche für die Kernzonen eingebracht, um auf die geforderten mindestens drei Prozent Flächenanteil in der Kernzone des Biosphärengebiets zu kommen.

Seit damals wurde also bereits auf die weitere Holznutzung verzichtet, was kein großer Verlust war, weil sich die Bewirtschaftung der meist schwierig zu bearbeitenden Hanglagen nie wirklich gelohnt hat. Aber die Flächen waren seit jeher wertvoll für den Naturschutz.

Bei dieser „Trickserei“ würden allein für Ehingen und Schelklingen Unmengen von Ökopunkten generiert. Deshalb würden die Kommunen dann „keine weiteren Anstrengungen unternehmen“, wenn sie etwa neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausweisen, befürchtet Frohnmüller. Der BUND erwartet nun von den betroffenen Kommunen, „dass diese Praxis eingestellt wird“. Sollte das im Alb-Donau-Kreis durchgehen, könnte dies zum Präzedenzfall für ganz Baden-Württemberg werden, warnt Frohnmüller.

Ebenso ein Dorn im Auge ist den Umweltschützern, dass der Alb-Donau-Kreis im Land ein Schlusslicht sei, was die Zahl der letzten artenreichen Mähwiesen betrifft. Gab es dort vor zehn Jahren noch 520 Wiesen mit großen Obergräsern und sogar seltenen Stauden, sind es heute weit weniger als die Hälfte.

Mit schuld sind nach Ansicht des Verbands die vielen Biogasanlagen, die Pflanzenmasse brauchen, weshalb Grünland heute in der Regel gedüngt und bis zu viermal im Jahr gemäht wird. Deshalb habe der BUND kürzlich mit dem Landratsamt „konstruktive Gespräche geführt“, damit dessen Fachdienste Landwirtschaft und Naturschutz zusammen mit den restlichen Mähwiesenbesitzern eine praktikable Lösung finden, wie man dieses für Insekten und Bodenlebewesen wertvolle Grün erhalten kann, sagte BUND-Regionalvorsitzender Ulrich Müller. Wobei er gleich zugab, dass allein mit Argumenten wohl nichts erreicht wird, sondern dass wohl eher Subventionen einen Anreiz bieten werden.

Gar nicht einverstanden ist der BUND mit der Ausdünnung der Bahnhalte des Regional-Express (RE) speziell in Amstetten, die seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember gilt. Der Bahnhof wurde bisher von Pendlern aus dem Raum Langenau, Gerstetten und Heidenheim genutzt, die täglich nach Stuttgart und zurück fahren. Der BUND fordert daher, dass der Ausbau des regionalen Nahverkehrs Vorrang erhält vor dem Bau neuer Straßen, sagte Müller.

Gerade in Amstetten binde die geplante Umgehung ein enormes Investitionsbudget, „obwohl die B 10 innerorts nur wenige Haushalte tangiert“.