Ellwangen Brückensanierung drückt die Umsätze

Ellwangen / Fred Ohnewald 01.06.2018
Die Fachgeschäfte entlang der Straße An der Jagst leiden darunter, dass die Zufahrt direkt von der Haller Straße aus monatelang versperrt ist.

Die Autofahrer in Ellwangen werden nicht gerade verwöhnt. Neben der Ampelmisere in der oberen Haller Straße – zurzeit sind die Lichtzeichenanlagen wegen der Pfingstferien ausgeschaltet, was für Aufatmen sorgt – verursachen mehrere Baustellen Ungemach.

Eine der langwierigsten Behinderungen bedeuten die Sanierungsarbeiten an der Siemens- und der Jagstbrücke. Im März begannen die Arbeiten und sollen rund sieben Monate dauern. Fraglos ist die Sanierung nötig, und die Autofahrer müssen deshalb wohl oder übel erhebliche Umwege in Kauf nehmen, weil sie aus Richtung Haller Straße/B 290 nicht mehr direkt in Richtung Osten abbiegen können.

Nur der Verkehr in die Gegenrichtung wird einspurig an der Baustelle vorbei geleitet. Im Laufe der weiteren Bauarbeiten wird die Einbahnrichtung womöglich auch noch irgendwann mal gedreht werden, was aber nicht unbedingt eine Erleichterung der Situation bedeutet.

Betroffen sind auf alle Fälle auch die dort ansässigen Geschäfte in der Straße An der Jagst. Während im westlichen Bereich der Siemensstraße die Firmen Finkbeiner, Aldi und Neukamm auch von der Haller Straße her noch angefahren werden können, ist der Weg unter anderem zum Dänischen Bettenlager, zu Rewe und dem Elektro- und Elektronikspezialisten Expert Schlagenhauf, samt des dort im Gebäude angesiedelten „Picks raus“, von der Haller Straße her versperrt. Wer dort einkaufen will, muss größere Umwege in Kauf nehmen und zum Beispiel über den Mühlgraben anfahren.

Kundenfrequenz nimmt ab

Wen wundert es, dass sich das beim Umsatz bemerkbar macht. Rewe-Marktleiter Christian Franke macht kein Hehl daraus: „Der Umsatzverlust ist spürbar.“ Die Rewe-Stammkunden nehmen zwar Umwege in Kauf, doch die Kundenfrequenz hat doch etwas abgenommen. Rewe wird das wegstecken, keine Frage, versucht aber natürlich dennoch gegenzusteuern. So werden Sonderhandzettel verteilt und mit den Einkaufsbons sollen Vergünstigungen, etwa über zusätzliche Payback-Punkte, die Kunden bei der Stange halten.

Hinweis mit Banner

Rewe hat zusammen mit dem benachbarten Expert-Fachmarkt Schlagenhauf auch Banner an den Wegstrecken aufgehängt, um die Autofahrer auf die verbliebenen Zufahrtsmöglichkeiten hinzuweisen. Bei Schlagenhauf macht man natürlich ähnliche Erfahrungen. Geschäftsführer Uwe Stoll hat Verständnis für die Bauarbeiten an den Brücken: „Die Brücken sind ja fast so alt wie ich“, scherzt er. Und so müsse man sich mit Verkehrsbehinderungen abfinden. Ob die Arbeiten nun wirklich sieben Monate dauern müssen oder auch etwas flotter erledigt werden könnten, darüber kann aber auch er nur rätseln.

Briefe an Kunden

Neben der erwähnten Banner-Aktion gemeinsam mit Rewe schreibt Expert-Schlagenhauf nach und nach seine Kunden an und informiert sie über die Situation und natürlich die Zufahrtsmöglichkeiten. Viel mehr könne man nicht tun. Der Umsatz in dem Geschäft sei in etwa gleichgeblieben – aber das heißt nicht, dass die Straßensperrung keine negativen Auswirkungen hätte.Die Schlagenhauf-Märkte prosperieren nämlich. An anderen Standorten verzeichnen sie zweistellige Zuwachsraten. Die bleiben dem Ellwanger Markt an der Jagst heuer versagt. „Des isch halt so“, zuckt Stoll mit den Schultern und schluckt die Kröte.

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