Inklusion Brückenbauer für die Inklusion

Damit noch mehr Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können, gilt es für das Inklusionsprojekt weitere potentielle Arbeitgeber im Landkreis gezielt aufzuklären und für Erfahrungsaustausch zu sorgen.
Damit noch mehr Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können, gilt es für das Inklusionsprojekt weitere potentielle Arbeitgeber im Landkreis gezielt aufzuklären und für Erfahrungsaustausch zu sorgen. © Foto: © fizkes - fotolia.com
Inge Czemmel 27.12.2017
Die Aktion „Gute Taten“ unterstützt ein Inklusionsprojekt der Lebenshilfe Göppingen und drei weiterer Träger.

An einem Yoga- oder Kochkurs teilnehmen, mit anderen zum Kegeln gehen, eine befriedigende Arbeit finden, selbst bestimmen, wo und mit wem man leben und wohnen möchte – diese Dinge sind für die meisten selbstverständlich. Für Menschen mit Behinderungen sind sie trotz des seit dem 30. Dezember 2016 geltenden  Bundes-Teilhabe-Gesetzes häufig noch schwierig zu verwirklichen.

Die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, hat sich das Inklusionsprojekt „Uns behindert nichts – gelebte Inklusion vernetzen“, auf die Fahnen geschrieben. Seit 2015 arbeitet die Lebenshilfe Göppingen mit den Kooperationspartnern Volkshochschule Göppingen (VHS), Kreisjugendring (KJR) sowie dem Kreisseniorenrat mit dem Projekt daran, die selbstbestimmte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen dauerhaft zu verbessern.

Diplom-Pädagoge Samuel Kober, der zusammen mit Markus Dehnert das Projekt leitet, ist überzeugt: „Inklusion gelingt nur in Kooperation.“ Seine Aufgabe sieht er in der Weiterentwicklung inklusiver Strukturen und darin, Netzwerke zu schaffen, die nach Beendigung des Projektes im Sommer 2018 automatisch weiterlaufen. Nachdem in den Bereichen Freizeit und Bildung schon vieles geschafft wurde, beschäftigt sich das Projekt nun hauptsächlich mit den Lebensbereichen Arbeit und Wohnen. „Ziel ist, Schritt für Schritt die Vielfalt an Wohnformen weiter zu entwickeln“, erklärt Samuel Kober und zählt vom ambulant betreuten Wohnen, über inklusive Wohngemeinschaften, bis hin zu durchlässigen betreuten Wohngruppen, allerhand Optionen auf. „Wir haben die Aufgabe, die Bereitschaft, sich im Wohnumfeld zu begegnen, anzustoßen“, meint Kober.

Genauso verhält es sich beim Thema Arbeit. „Es gibt bereits viele Betriebe, die mit dem Bildungszentrum der Lebenshilfe kooperieren und Bildungspartnerschaften eingegangen sind“, weiß Kober zu berichten. „Metallindustrie, Supermärkte, Baumärkte, Gartenbaufirmen, Lager und Logistik, Montage und Verpackung, Handwerksbetriebe, Gastronomie- und Hotelbetrieb, Hauswirtschaft,  Dienstleistungssektor – es gibt viele Möglichkeiten und Chancen.“

Damit noch mehr Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können, gilt es für das Inklusionsprojekt weitere potentielle Arbeitgeber im Landkreis gezielt aufzuklären und für Erfahrungsaustausch zu sorgen. „Inklusion im Arbeitsmarkt bedeutet Ankommen in der Mitte der Gesellschaft“, betont Kober den hohen Stellenwert der Arbeit.

Da das zum Teil von der Aktion Mensch geförderte Projekt auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist, würden sich die Initiatoren über die Unterstützung durch die Guten Taten freuen.

Göppinger Volkshochschule bietet Kurse an

Kurse Das inklusive Kursangebot der Göppinger Volkshochschule (VHS) ist unter www. vhs-goeppingen.de zu finden.

Treffen Das nächste Netzwerktreffen findet am Donnerstag, 8. März, von 14 bis 16 Uhr im Bildungszentrum der Lebenshilfe Göppingen statt. Vertreter der Kinder- und Jugendarbeit, der Familien- und Erwachsenenbildung und der Behindertenhilfe sind willkommen.