Ulm Bravos für Blausteiner Bläserphilharmonie in der Pauluskirche

Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein spielte ein gelungenes Eröffnungskonzert der Aktion 100 000 in der Pauluskirche.
Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein spielte ein gelungenes Eröffnungskonzert der Aktion 100 000 in der Pauluskirche. © Foto: Maria Müssig
CHRISTA KANAND 23.11.2015
In Bestform: Unter dem Titel "Märchen & Mythen" eröffnete die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein die Aktion 100 000 und Ulmer helft. Die 600 Zuhörer zeigten sich begeistert.

Sie beherrschen sinfonische Blasmusik der höchsten Schwierigkeitsstufe, erspielten sich heuer beim Landesorchesterwettbewerb den Baden-Württembergischen Vizemeister-Titel: die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein - seit 2004 unter Manuel Epli auf Erfolgskurs. Auch beim Benefiz-Herbstkonzert zur Eröffnung der Aktion 100 000 und Ulmer helft. Das starke, überwiegend junge Team (Konzertmeister: Sebastian Sommer) begeisterte an 65 Pulten auf Profi-Niveau im klangfarbigen, von sechs gewieften Schlagwerkern befeuertem satten Sound.

"Sie treten für Gotteslohn auf", lobte Aktionsleiter Karl Bacherle in der fast voll besetzten Pauluskirche den Klangapparat, in dem etliche Solisten brillierten. Akustisch war der Kirchenraum ideal, allerdings viel zu kühl. Ansonsten stand der Abend "Märchen & Mythen" unter einem guten Stern, pardon, unter Jupiter, dem Glücksplaneten schlechthin. Verheißungsvoll schon der Auftakt mit Gustav Holsts spätromantischer "Jupiter Hymne": edel, und festlich- monumental. Dirigent Epli hatte anspruchsvolle, wenig bekannte Werke gewählt, selbst auch transkribiert, etwa Dvoraks knapp 30-minütige Tondichtung "Der Wassermann" mit tänzerischen Elementen, aber auch dramatischer Hochspannung. Eplis Werkeinführung zuvor und das Programmheft unterstützten das Verständnis.

Modern gesetzt präsentierte sich voller Kontraste und Forte-Aufschwünge die "Suite für Harmonieorchester" von Bob Vos, einem Pflichtstück für den Deutschen Orchesterwettbewerb 2016 in Ulm. Zeitgenössisch attraktiv gefielen Satoshi Yagisawas grandiose "Benefaction"-Fanfare, Jack Stamps großkalibrige "Variations on a Bach Chorale" und "Die Judenbuche" von Marco Pütz - Bravour zwischen Klezmer-Klarinetten, fetten Blechtiefen, Gesang, Pfiffen und frappierenden Geräuscheffekten.

Keine leichte Kost, doch die 600 Zuhörer waren mitgerissen. Nach Johan de Meijs "Der Wind in den Weiden" dankte Jan Van der Roosts "Canterbury Chorale" Bravo-Rufen und Standing Ovations.