Bopps backen alle

KATHARINA GOTTSCHALK 09.04.2016

Es ist die neunte Filiale, die die Bäcker-Familie Bopp nun eröffnet hat. Dieses Mal darf sich Reichenbach im Täle freuen, nachdem es bereits Filialen in Gosbach, Deggingen, Nellingen, Göppingen, drei in Geislingen und die Hauptzentrale in Türkheim gibt. "Ich glaube, es ist schon ein bisschen der Mittelpunkt von Reichenbach geworden", erzählt Geschäftsführerin Susanne Bopp und freut sich. Am langen Holztisch trifft sich schon regelmäßig ein Stammtisch, direkt hinter ihm in der Wand eingelassen die Tür eines alten Steinbackofens. Die Bäckerei mit integriertem Café ist groß und luftig. "Wir haben ein komplett neues Gebäude gebaut", erzählt Thorsten Bopp, einer der Söhne und selbst Bäcker- und Konditormeister. Das Besondere innendrin: Es sind viele alte Materialien verbaut worden, wie zum Beispiel 150 Jahre alte Holzbalken aus einer Scheune von der Alb, die Thorsten Bopp im Vorbeifahren aufgefallen sind. Oder die Tür des alten Steinbackofens, die in der Wand eingelassen ist. "Unser Ziel war es, moderne Elemente mit Altem und Traditionellem zu verbinden", erklärt Thorsten Bopp.

Der junge Mann, der gleich zwei Meister vorweisen kann, ist in das Familienunternehmen eingestiegen, genau wie sein jüngerer Bruder Markus, der Bäckergeselle ist. Die Bopps sind stolz darauf, dass sie das Bäckerhandwerk als Familie betreiben und an die nächste Generation weitergeben. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Gerade auf dem Land gibt es immer mehr Betriebe, die keine Nachfolger finden und schließen müssen. Susanne Bopp ist sehr froh, dass die Betriebsnachfolge in ihrer Familie gesichert ist. Tradition spielt in der Bäcker-Familie auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Sie kann auf eine 110-jährige Geschichte zurückblicken, als im Jahr 1906 der Großvater Karl Bopp die Firma in Geislingen gründete. Die dritte und vierte Generation hat es geschafft, den Betrieb auszubauen und beschäftigt heute 80 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.

Da Thorsten Bopp nicht nur Bäcker, sondern auch Konditor ist, wird die Auswahl an Kuchen, Torten und Pralinen in der Zukunft noch wachsen. "Das wäre eigentlich mein Traum, irgendwann eigene Pralinen herzustellen", verrät der Türkheimer. An Ostern hat er sich schon mal an Karamell-Hasen probiert. Aus den originalen Gusseisenformen des Urgroßvaters hergestellt. "Die haben wir auf dem Dachboden gefunden. Die sind heute unbezahlbar."