Verschiedene Rauschgifte seien im Blut des 14-jährigen Mädchens nachgewiesen worden, das in der Nacht zum 1. November in einer Gemeinde im südlichen Alb-Donau-Kreis mutmaßlich von einer Gruppe junger Asylbewerber vergewaltigt worden ist. Das teilt die Polizei mit. Das lege die Vermutung nahe, dass das Mädchen betäubt und so gefügig gemacht werden sollte. 

Wie berichtet, haben Polizei und Staatsanwaltschaft die fünf jungen Männer vorübergehend festgenommen. Gegen drei der Tatverdächtigen, 15, 16 und 26 Jahre alt, wurden Haftbefehle erlassen, ein 14- und ein 24-Jähriger sind wieder auf freiem Fuß.

Mit Freundin unterwegs gewesen

Was an dem Abend genau passiert ist, wissen die Ermittler laut Michael Bischofberger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, noch nicht im Detail. Die Jugendliche sei in Begleitung einer Freundin abends in Ulm unterwegs gewesen, bei der sie eigentlich übernachten wollte. Dort wähnten die Eltern ihre Tochter, bis diese Freitagnacht heimkam und ihnen von der Vergewaltigung berichtete.

Vermutlich Drogen verabreicht

In der Stadt hatten die beiden Mädchen am Abend die Gruppe Asylbewerber getroffen. Nach Erkenntnissen der SÜDWEST PRESSE lebt nur einer der fünf Tatverdächtigen im Alb-Donau-Kreis, die anderen waren offensichtlich zu Besuch. Einen der jungen Männer kannte die 14-Jährige offensichtlich näher. Laut Mitteilung hatte das Mädchen bei dem Treffen bereits Alkohol getrunken. Das könnte nach Einschätzung der Polizei der Grund sein, dass die Jugendliche nicht mit zu ihrer Freundin oder nach Hause ging, sondern gegen 23 Uhr mit der Gruppe zu dem Wohnhaus im Alb-Donau-Kreis gefahren ist. Dort seien ihr dann offenbar die Drogen verabreicht worden.

Mehrere Täter und ein Opfer

Für das, was anschließend passiert ist, lehnt der Oberstaatsanwalt das Wort „Gruppenvergewaltigung“ ab. „Das würde ich nicht verwenden.“ Klar sei, „dass wir mehrere Täter und ein Opfer haben“. Und bei drei der Verdächtigen sei der Tatverdacht so dringend, dass der Haftrichter Haftbefehle erlassen habe. „Die weiteren Umstände müssen wir nun bei den Ermittlungen klären.“ Nach deren Abschluss sei es dann Aufgabe des Gerichts, diese Sachverhalte zu bewerten.

AfD macht Bundeskanzlerin verantwortlich

Bewertet wird die Meldung über das angezeigte Sexualdelikt allerdings bereits ausgiebig in den sozialen Medien. Dort ist ein großes Thema, dass es sich bei den Tatverdächtigen um Asylbewerber handelt. In diese Kerbe schlägt auch Armin-Paulus Hampel, Außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Er schreibt in einer Mitteilung, dass „die Bundeskanzlerin und ihr Innenminister für jede einzelne dieser abscheulichen Taten persönlich verantwortlich“ seien, weil sie die Bevölkerung nicht vor den „Auswüchsen ungeregelter Zuwanderung“ schützten.

OB Czisch entschuldigt sich

Auf Facebook sorgte am Mittwoch auch die Stellungnahme von Oberbürgermeister Gunter Czisch zu der mutmaßlichen Vergewaltigung für teils heftige Kritik. Er hatte zunächst geschrieben, dass er sich frage, was „ein 14-jähriges Mädchen nachts in Ulm will“. Eltern hätten „die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ein minderjähriges Mädchen nicht allein in der Stadt rumläuft“.  Am Abend entschuldigte sich der OB und stellte klar: „Ich bedaure sehr, dass meine ursprüngliche Äußerung missverständlich war. Selbstverständlich trägt das Mädchen keinerlei Schuld. Die Schuld an dieser Tat liegt ausschließlich und eindeutig bei den mutmaßlichen Tätern.“

Hilfe für Opfer von Sexualstraftaten


Unterstützung
Opfer von sexuellem Missbrauch, die unter 16 Jahre alt sind, finden beim Kinderschutzbund Hilfe und Unterstützung. „Darauf sind wir spezialisiert“, sagt Ralf Bruder, Heilpädagoge beim Kinderschutzbund. Jugendliche ab 14 Jahren könnten auch selber anrufen: Telefon: (0731) 28042. Die Mitarbeiter wissen über die Möglichkeiten und spezielle Hilfsangebote in solchen Fällen Bescheid. Für Opfer von Sexualdelikten, die älter als 16 Jahre sind, ist der Verein „Frauen helfen Frauen“ Ansprechpartner für Hilfe: Telefon: (0731) 61 99 06.