Der ganz große Schaden wie zunächst befürchtet ist nach dem Sturm „Sabine“ ausgeblieben. Dennoch beträgt die Schadensmenge in den Kommunal- und Privatwäldern des Landkreises Biberach nach Angaben des Landratsamts Biberach etwa 30.000 Festmeter Holz. Das berichtet das Landratsamt Biberach.

Schaden im Kreis Biberach nicht so groß wie bei Wiebke und Lothar

Damit hat der Sturm im Kreis Biberach ungefähr so viel Schaden angerichtet wie in den angrenzenden Landkreisen, schätzen die Forstleute des Kreisforstamtes in Biberach. Immerhin: Der Schaden sei damit deutlich geringer als bei den Stürmen „Wiebke“ im Jahr 1990 und „Lothar“ im Jahr 1999.

Bei Orkan „Wiebke“ fielen im Februar 1990 im Landkreis etwa 400.000 Festmeter an und bei Sturm „Lothar“ im Dezember 1999 etwa 180.000 Festmeter.

Überall in den Wäldern des gesamten Landkreises wurden einzelne Bäume entwurzelt oder abgebrochen, heißt es in der Mitteilung. Es finden sich aber auch große Windwürfe, die Kahlschlägen gleich einen flächig verwüsteten Wald hinterlassen haben. Derzeit sind viele Stellen des Waldes noch nicht erreichbar. Der genaue Schadensumfang wird erst in den kommenden Tagen festgestellt werden können.

Achtung Lebensgefahr: Wälder nicht betreten

Nach wie vor warnt das Forstamt davor, zurzeit die Wälder zu betreten. Denn es bestehe teilweise Lebensgefahr. Schrägstehende, teils entwurzelte Bäume könnten jederzeit umfallen oder angebrochene Äste herunterbrechen.

Auch in der Region Ulm und Neu-Ulm, wo der Sturm ebenfalls glimpflich ausging, wird gewarnt: Mancherorts herrsche immer noch Lebensgefahr. „Es reicht ein kleiner Wind und angebrochene Äste fallen runter“, sagt Forstbetriebsleiterin Linda Madl, die für 14.500 Hektar Wald der Bayerischen Staatsforsten zuständig ist. Während Waldarbeiter ständig hoch in die Baumkronen schauen und die Risiken einschätzen könnten, sollten Spaziergänger vor allem die Areale mit Windwürfen und -brüchen unbedingt meiden. Auch Förster Daniel Nägele vom Forstbezirk Ulmer Alb rät derzeit noch davon ab, den Wald zu betreten: „Die Gefahr sieht ein Laie nicht.“

Warnung vor Borkenkäfer: Sturmholz vor April aufarbeiten

Das Landratsamt weist in der Mitteilung darauf hin, dass die verstreut liegenden Einzel- und Nesterwürfe, insbesondere in Fichtenbeständen, erneut das Waldschutzrisiko erhöhen würden. Das Sturmholz ist ein „gefundenes Fressen“ und ideale Brutstätte für den Borkenkäfer. Die Borkenkäfersaison beginnt mit zunehmenden Temperaturen im Frühjahr. Ab April fliegen die Borkenkäfer aus den Bäumen aus, wo sie unter der Rinde überwintert haben. Sie befallen dann zur Brutablage bevorzugt geschädigte Bäume oder im Wald liegengebliebenes Sturmholz. Zum Beispiel hatte es vergangenes Jahr den Kreis Heidenheim stark getroffen. Die nur wenige Millimeter kleinen Tierchen können schwere Schäden an Bäumen verursachen - bis hin zur völligen Verwüstung ganzer Waldgebiete. wie im Nationalpark Harz

Heidenheim

Deshalb rät das Kreisforstamt dringend, bevor die Käfer ausfliegen, also bis Anfang April, sämtliches im Wald liegende Holz aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen oder als Brutstätte untauglich zu machen. Dazu gehören auch die Bäume in denen die Käferpopulation aus dem Vorjahr überwintert. Diese Bäume sind leicht daran zu erkennen, dass sie jetzt eine zunehmend braun und dürr werdende Krone bekommen und teilweise bereits die Rinde abfällt.