Der Orkan hat im Kreis Biberach auswirkungen bis in den Dienstag hinein. Der Sturm „Sabine“ hatte am Montagmorgen den Landkreis Biberach erreicht. Eine Anwohnerin auf dem Mittelberg sagte: „Es wurde auf einmal ganz dunkel, dann setzte peitschender Regen und Schneeregen ein.“

Bald darauf wurden die ersten Schäden durch den Sturm gemeldet. Bäume stürzten um, Gegenstände flogen umher. Wie das Landratsamt Biberach mitteilt, gibt es bereits Behinderungen des Verkehrs.

Diese Straßen im Kreis Biberach sind gesperrt

Der Sturm fegte mit heftigen Orkanböen über den Kreis Biberach. Dabei wurden mehrere Bäume entwurzelt, deswegen sind viele Straßen auch am Dieenstag noch gesperrt, teilweise sind Umleitungen eingerichtet. Das sind die Vollsperrungen im Kreis, Stand Dienstag:

  • K 7531 Warthausen - Aßmannshardt
  • L 1268 Orsenhausen - Hörenhausen
  • K 7506 Heggbach - Zillishausen
  • K 7506 Gutenzell - Kirchberg
  • L 301 Rot an der Rot - Hauerz
  • K 7574 Steinhausen - Hirschbronn
  • K 7577 Haslach - Kreisgrenze RV Kunenberg

Diese Sperrungen werden nicht so schnell aufgehoben. Es kann laut Landratsamt noch nicht gesagt werden, wann die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Es sei wegen des Sturms nach wie vor zu gefährlich für die Feuerwehren und Straßenmeistereien, in den gesperrten Streckenbereichen zu arbeiten.

Schulen waren nicht geschlossen: Eltern mussten entscheiden

Das Kultusministerium Baden-Württemberg hatte die Schüler und Eltern selbst entscheiden lassen, ob sie am Montag in die Schule gehen. Dazu hieß es etwa auf der Internetseite des Wieland Gymnasiums in Biberach: „Eltern, beziehungsweise Erziehungsberechtigte können entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Falls der Weg zur Schule aufgrund extremer Wetterlagen vor Ort nicht zumutbar ist, können Eltern ihr Kind vom Unterricht befreien lassen. Die Schule ist in diesem Fall zu informieren.“

So geht es mit dem Unterricht in Biberach am Dienstag weiter

Im Pestalozzigymnasium Biberach seien am Montag viele Schüler zum Unterricht erschienen, sagte der stellvertretende Schulleiter, Christoph Götz. „Ein großer Teil ist aber auch nicht erschienen“, ergänzte er. Am Dienstag sollte der Unterricht wieder normal laufen.

Viel Arbeit für die Polizei im Kreis Biberach

Im Kreis Biberach gingen bei der Polizei am Montag bis 12 Uhr etwa 50 Meldungen wegen des Sturms „Sabine“ ein. Es ging der Polizei zufolge vorwiegend um umgestürzte Bäume, die Kreisstraßen, Landstraßen und Bundesstraßen blockierten. Es gab Behinderungen im Verkehr.

Zahlreiche Sturm-Einsätze der Feuerwehr in Biberach und der Region

Die Freiwillige Feuerwehr in Biberach wurde schon in den frühen Morgenstunden wegen des Sturms alarmiert, die Einsatzkräfte hatten viel Arbeit. Bereits am Vormittag hieß es auf Facebook, dass die Feuerwehr alleine in Biberach bereits rund 25 Einsätze gehabt habe. So ist zum Beispiel in der Pflummernstraße ein Baum quer über die Straße gekippt. Im ganzen Landkreis waren es etwa 100 Einsätze.

Annähernd 50 Feuerwehrabteilungen und alle vier Straßenmeistereien waren und sind im Einsatz. Das Kreisforstamt riet dringend davon ab, Wälder zu betreten oder zu befahren.

Baum auf Straße „Am Weißen Bild“ gestürzt

Gegen 3.30 Uhr meldete ein Zeuge in Biberach in der Straße am Weißen Bild einen großen umgestürzten Baum. Er war auf drei geparkte Autos gekracht und beschädigte die Fahrzeuge erheblich. Verletzte gab es nicht. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.

Kurz nach 6 Uhr gab es einen Unfall zwischen Eichen und Laubach. Ein 55-Jähriger fuhr mit seinem Mercedes auf der K7509. Ein Baumstamm ragte über die Fahrbahn, der Mann kam nach links von der Straße ab. Er rammte dennoch den Baum. Der Fahrer blieb unverletzt. Den Schaden an dem Mercedes schätzt die Polizei auf etwa 20.000 Euro.

Bahnverkehr im Kreis weitgehend eingestellt

Der Bahnverkehr im Landkreis Biberach war am Montag komplett eingestellt. Reinhold Willing, Pressesprecher der Deutschen Bahn erklärte auf Anfrage am frühen Mittag, dass nicht absehbar sei, wann die Strecken wieder komplett in Betrieb genommen werden könnten.

Am Nachmittag berichtete die Bahn dann, dass zumindest der Fernverkehr deutschlandweit wieder angelaufen sei. Einige ICE-Züge in Baden-Württemberg würden auf den Strecken Mannheim – Stuttgart – Ulm und Mannheim – Basel verkehren. Am Dienstag hatte sich alles weitgehend normalisiert.

Auch der ÖPNV im Kreis Biberach war von den Sperrungen betroffen.

Stromausfälle im Kreis Biberach

Im Kreis Biberach soll es örtlich zu Stromausfällen gekommen sein. Bei der der NetzeBW hieß es auf Anfrage, dass es flächendeckend immer wieder zu Störungen gekommen sei. Leitungsmonteure seien seit gestern Abend im Dauereinsatz, etwa wenn Bäume auf Leitungen gestürzt seien. In diesen Fälle arbeiteten diese oft auch mit dem Technischen Hilfswerk (THW) zusammen.

Beim Stromversorger e.wa-Riss berichtete Sprecherin Lisa Schröder am Vormittag, dass es in Biberach und den Teilorten keinerlei Störungen gegeben habe.