Im September 2019 veröffentlichte die Polizei Ulm einen Fahndungshinweis der Kollegen aus Niedersachsen: Der 58-jährige Eric J. wird nach schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern gesucht. Vermutet wird er im Süden Deutschlands. Das sagen die zuständigen Polizeibeamten, an die die Kollegen aus Ulm verwiesen haben. „Trotzdem könnte er sich überall aufhalten“, erklärt der Polizeibeamte aus Göttingen.

Personenbeschreibung: So sieht der gesuchte Sexualstraftäter aus

Er ist etwa 1,73 Meter groß, hat eine sportliche, schlanke Figur und ist Brillenträger. Die Polizei merkt an, dass er sein Aussehen inzwischen bewusst verändert haben könnte – er könnte inzwischen einen grauen Bart oder Vollbart sowie deutlich längere Haare, sogar schulterlang, tragen. Der 58-Jährige ist kommunikativ, hat gute englische Sprachkenntnisse, ist naturverbunden und handwerklich begabt. Der Gesuchte dürfte über wenig Bargeld verfügen und wird sich daher vermutlich mit Gelegenheitsjobs seinen Lebensunterhalt verdienen.

Polizei bekommt pro Woche einen Hinweis zu Eric J.

Auch heute gehe noch mindestens ein Hinweis jede Woche zu diesem Fall ein. Das freut die ermittelnden Beamten. Zeugen melden jemanden, auf den das Aussehen des Gesuchten zutreffen könnte. Das Fahndungsfoto ist etwas mehr als zwei Jahre alt - das Aussehen von Eric J. kann sich daher entsprechend verändert haben. Dabei spielen seine aktuellen Lebensumstände eine große Rolle - ist er beispielsweise obdachlos oder hat er die Möglichkeit zur täglichen Pflege?

Eric J. gesehen? Sofort Handyfoto machen und Polizei rufen

Wer meint den Gesuchten zu sehen, soll am besten ein Handyfoto machen und sich sofort unter der dafür eingerichteten Telefonnummer 0151 18 21 45 51 melden. Da die Nummer inzwischen nicht mehr 24 Stunden besetzt ist, kann es sein, dass nicht umgehend ein Beamter zurückruft. In diesem Fall „unbedingt sofort über den Notruf 110 bei der örtlichen Polizei melden“, bittet die Polizei aus Göttingen. Dann das gemachte Foto an die vereinbarte Adresse oder Nummer schicken. Falls es sich nicht um den Gesuchten handelt, löscht die Polizei aus Datenschutzgründen die Aufnahme und weißt die Zeugen an, das auch zu tun.

Durchschnittliches Aussehen des Täters erschwert Suche

Das eher durchschnittliche Aussehen des gesuchten Sexualstraftäters erschwere die Ermittlungen, erklären die Beamten. Oft gehen Hinweise ein, wenn sich ein Mann in der Nähe einer Schule oder eines Kindergartens aufhält, auf den die Beschreibung passen könnte. „Trotzdem auf jeden Fall die Polizei verständigen!“, rät der zuständige Beamte.

Die Polizei rät dazu, sich unter der Hinweis- oder Notrufnummer zu melden, wenn man meint einen Gesuchten gesehen zu haben. Fatal sei es, wenn ein Zeuge eine vermeintliche Sichtung nicht meldet. Lieber einmal mehr melden, als den Täter durch einen nicht gegebenen Hinweis möglicherweise entkommen zu lassen.

Fall taucht immer wieder auf Social Media auf

„Die Hinweise häufen sich auch in Sozialen Medien wellenartig“. Dies trete immer dann auf, wenn mutmaßliche Sichtungen des Täters gemacht werden. Synchron dazu würden die Beamten auch die Resonanz zum Aufruf auf Facebook oder Twitter registrieren.

Aufenthaltsort von Eric J. unklar - Polizei schließt nichts aus

Seine Biografie belegt eine lange asketische Lebensweise - er war für mehrere Monate alleine mit dem Fahrrad in Amerika unterwegs. Daher ist bei seinem aktuellen Aufenthaltsort nichts ausgeschlossen. „Er kann in einem der vielen leerstehenden Häuser in Sizilien leben, alleine und zurückgezogen von dem ernähren was er findet oder wieder in einer neuen Familie leben.“ Informationen aus seinem familiären Umfeld würden bestätigen, dass er nicht zwingend soziale Kontakte suche. Zudem hat er kein Handy, wie die Polizei angibt.

Völlig unklar ist nicht nur die aktuelle Lebenssituation von Eric J., sondern auch, ob er überhaupt von der Fahndung nach ihm weiß. Daher ist es umso wichtiger, dass er gefunden wird, um weitere Taten zu verhindern.