Neu-Ulm / swp Opfer eines perfiden Trickbetrugs ist eine Rentnerin aus Neu-Ulm geworden. Sie ist nun 90.000 Euro los.

Wie die Polizei mitteilt, hatte eine vermeintliche Schwiegertochter Mitte vergangener Woche in mehreren Telefonaten eine finanzielle Notlage vorgetäuscht und 100.000 Euro erbeten. Daraufhin übergab die Rentnerin vor ihrem Haus die Hälfte der Summe an eine unbekannte Frau, die zuvor von der Anruferin als Geldabholerin angekündigt wurde.

Nach dieser Geldübergabe meldete sich die vermeintliche Schwiegertochter erneut telefonisch und forderte weiteres Geld. Als die ältere Frau darauf dann mit Zweifeln reagierte, rief ein angeblicher Notar an, der den vorgetäuschten Immobilienkauf der Schwiegertochter bestätigte.

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Um die Skepsis der Rentnerin zu entkräften, erfolgte im Nachgang zu diesem Anruf noch ein weiterer Anruf eines falschen Polizeibeamten. Dieser gab dabei an, dass man aufgrund einer Telefonüberwachung von den Geldforderungen bei der Rentnerin informiert sei und es sich dabei um eine Betrügerbande handle. Um diese Bande jedoch überführen und festnehmen zu können, müsste die Rentnerin nochmals eine Geldübergabe durchführen. Danach würde sie auch wieder ihr gesamtes Geld zurückerhalten.

Gold im Wert von 30.000 Euro

Die Rentnerin übergab daraufhin weitere 10.000 Euro und Gold im Wert von 30.000 Euro an dieselbe Geldabholerin wie zuvor. Nach dieser zweiten Übergabe am Nachmittag meldete sich erneut ein angeblicher Polizeibeamter bei der Geschädigten und bedankte sich für die Zusammenarbeit. Die ältere Dame informierte daraufhin ihren Sohn. Dem schwante sofort, dass seine Mutter Opfer einer Betrügerbande geworden war,  er benachrichtigte umgehend die Polizei.

In diesem Zusammenhang bittet die Kriminalpolizei Neu-Ulm  unter der Telefonnummer 0731-80130 um Hinweise auf verdächtige Personen und Beobachtungen im Bereich des Grüntenwegs in Ludwigsfeld am vergangenen Mittwochnachmittag. Sie rät zudem eindringlich zu folgenden Verhaltensweisen: keine Herausgabe von Informationen über die eigene Vermögenslage am Telefon, bei Vorkommnissen dieser Art sofort Angehörige informieren, bei Zweifel den Polizeinotruf 110 wählen und keine unbekannten Personen in die eigene Wohnung lassen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Polizeinotruf nie bei Bürgern anruft.

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