Auch die Polizei Ulm beteiligte sich seit August öffentlich an der Suche nach dem 58-Jährigen – nach schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern wurde er in Süddeutschland vermutet. Im Dezember konnten ihn Polizeibeamte in Italien auf einem Campingplatz vestnehmen.

Gefahren bei öffentliche Fahndung

Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mitteilte, sei ein solcher Schritt nur zulässig, wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg gebracht hätten. Ein öffentlicher Aufruf berge die Gefahr, dass der vermeintliche Täter von der Fahndung erfahre.

Wo wurde der Gesuchte zuletzt gesehen und wo wird er vermutet?

Er wurde zuletzt im November 2018 mit einem roten Fahrrad im Grenzgebiet Schweiz-Deutschland gesehen. Als mögliche aktuelle Aufenthaltsgebiete gibt die Polizei Süddeutschland oder nahegelegene europäische Länder wie die Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und Kroatien an.

Polizei kann Gesuchten in Italien auf Campingplatz festnehmen

Im Dezember dann konnte die Polizei in Italien den Gesuchten auf einem Campingplatz festnehmen. Die Vermutung der Polizei, er sei mit dem Fahrrad in Richtung Süden unterwegs, bestätigte sich jetzt. Italienische Polizeibeamte überprüften den mit europäischem Haftbefehl gesuchten 58-Jährigen auf einem Campingplatz in der Provinz Livorno an der Westküste der Toskana. Er gab an mit dem Rad durch Europa zu reisen und zuvor in Spanien und Frankreich unterwegs gewesen zu sein.

Missbrauchte Kinder aus Familienumfeld

Die betroffenen Kinder sollen aus dem engsten Familienumfeld des mutmaßlichen Täters stammen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zum Beginn der Übergriffe waren die Kinder fünf und acht Jahre alt. „Es sind nicht seine Kinder und auch nicht seine Enkelkinder“, wie Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue bereits im August 2018 dem Göttinger Tageblatt mitteilte. Der Gesuchte hatte die Taten in einer Vernehmung kurz nach der Anzeige im Mai 2018 teilweise gestanden. Dann war er zur Überraschung der Ermittler abgetaucht.

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