Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft berichten, hat ein Duo im Alter von 22 und 24 Jahren mit einer perfiden Masche als falsche Polizisten mehrere alte Menschen betrogen.

Falsche Polizisten in Ulm, Dornstadt und Ochsenhausen

Die Polizei war den Verdächtigen durch Ermittlungen in Betrugsfällen in Dornstadt, Ochsenhausen und Ulm auf die Spur gekommen: Ende Oktober riefen angebliche Kripo-Beamte bei einem älteren Mann in Ulm an. Sie gaukelten ihm am Telefon vor, dass sein erspartes Geld auf seiner Bank nicht mehr sicher sei. Deshalb solle er es lieber der Polizei geben. Die angeblichen Polizisten bestellten dem Senior sogar ein Taxi, mit dem er zur Bank und zurück nach Hause fahren solle. Allerdings: Er wollte das von der vermeintlichen Polizei bestellte Taxi nicht bezahlen – und rief per Notruf die echte Polizei an, damit diese die Kosten für das Taxi übernehme. Das – so berichtet die Staatsanwaltschaft – rettete ihm sein bereits abgeholtes Vermögen. Denn die Beamten am Notruf-Telefon machten ihm umgehend klar, dass er offenbar Betrügern aufgesessen war.

Falsche Polizisten Achtung, Betrugsmasche!

Seniorin um ihr Gold gebracht

Am selben Tag riefen die Unbekannten bei einer älteren Frau in Ochsenhausen an. Auch sie sollte ihre Wertsachen aus der Bank holen, um sie in Sicherheit zu bringen. Die dreiste Forderung: Sie sollte ihr Gold in eine Tüte verpacken und im Hof ihren Hauses ablegen, damit die Polizei es abholen und in Sicherheit bringen könne. Doch statt der Polizei holten die falschen Polizisten die Goldbarren und verschwanden. Der Betrug flog erst auf, als die Frau sich bei der echten Polizei nach ihren Wertsachen erkundigte.

Männer aus der Region Neu-Ulm im Verdacht

Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei gerieten zwei Männer aus dem Raum Neu-Ulm in Verdacht. Bei einer Durchsuchung der Wohnung der 22 und 24 Jahre alten Männer am vergangenen Donnerstag fanden die Beamten mutmaßliche Beute: Unter anderem

  • einen Goldbarren
  • leere Münzverpackungen und Goldbarrenverpackungen und
  • rund 20.000 Euro.

Die Fundstücke stammten nach Angaben der Ermittler vermutlich aus weiteren Betrugsfällen.

Jetzt geht die Kripo der Frage nach, welche weiteren Taten den Männern zuzuschreiben sein könnten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm ergingen am Freitag Haftbefehle gegen die beiden Männer, sie sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Polizei rät zur Vorsicht bei Anrufen

Die Zahl von Betrügereien am Telefon oder auf der Straße nimmt zu, es gibt viele Maschen. Vermeintliche Wunderheiler, die gegen Bezahlung einen Fluch abwenden oder angebliche Polizisten, die vor angeblich unsicheren Banken oder Einbrechern in der Nachbarschaft warnen und versprechen, Wertsachen und Geld in Sicherheit zu bringen. Oder der „Enkeltrick“, bei denen sich Kriminelle am Telefon als gute Bekannte, Enkel oder Neffe ausgeben und eine finanzielle Notlage vortäuschen.

Die Polizei empfiehlt, sich bei Anrufen vermeintlicher Enkel oder Polizisten nicht unter Druck setzen zu lassen und sofort aufzulegen, wenn etwas merkwürdig erscheint. An Unbekannte nie Geld oder Wertsachen übergeben. Mit Familie oder Vertrauten über den Anruf reden. Bei Unsicherheit die Telefonnummer 110 ohne Vorwahl oder die örtliche Polizeidienststelle anrufen. Nie den Rückruf nutzen.