Ist am Dienstag in Ulm in der Eberhardtstraße ein kleines Kind entführt worden, oder handelt es sich nur um falschen Alarm, der einen Großeinsatz der Polizei mit Hubschrauber und Lautsprecherdurchsagen in der Ulmer Oststadt zur Folge hatte? Das ist der Stand der Dinge am Mittwochmorgen:
Der Polizei Ulm wurde am Dienstagnachmittag gemeldet, dass sich drei Männer in der Oststadt verdächtig verhalten hätten, wie ein Polizeisprecher bereits am Dienstagabend auf Anfrage bestätigte. Genaues zu den aktuellen Ermittlungen konnte man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen.
Es gab auch viele Meldungen auf Facebook, wonach ein sechsjähriges Kind in einen Transporter gezogen und entführt worden sein soll, wie die Polizei berichtete. Aber auch dazu waren am Dienstag Details noch nicht zu kommentieren, denn die Polizei musste den Meldungen über eine Entführung erst einmal in einem Großeinsatz nachgehen.
So befragten Beamte zahlreiche Menschen in der Eberhardtstraße in der Oststadt, wie ein Sprecher der Polizei am Mittwochmorgen bestätigte. Es habe auch Lautsprecherdurchsagen gegeben.
Einige User schrieben, dass die Polizei stundenlang Passanten und Anwohner an der Eberhardtstraße bei der Seniorenresidenz Friedrichsau befragt habe.

Polizeihubschrauber im Einsatz: Suche nach drei Männern - einer mit Neonjacke

Weiter bestätigt werden konnte am Dienstagabend, dass nach den drei Verdächtigen gesucht werde. Einer der Männer soll eine auffällige neonfarbene Jacke getragen haben. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Polizei war am Abend mit einem Hubschrauber über Ulm unterwegs.

Update zum Polizeieinsatz wegen angeblicher Entführung in Ulm

Am Mittwochmorgen berichtete ein Sprecher der Polizei dann auf Nachfrage, dass die Suche nach drei Männern, die sich verdächtig verhalten haben sollen, beendet worden sei: „Wir haben momentan keine Hinweise darauf, dass jemand entführt worden sein könnte.“
Man habe nach dem Hinweis am Dienstag viele Kräfte der Polizei eingesetzt, um den Fall zu prüfen und die Meldungen zu verifizieren. Ergebnis: „Wir können derzeit nicht von einer Gefährdung für jemanden ausgehen.“ Die Ermittlungen würden aber weiter laufen, hieß es.

Eine Zeugin hatte der Polizei Ulm Hinweise auf eine möglich Entführung gegeben

Der große Polizeieinsatz in Ulm, mit umfangreicher Suche und intensiven Ermittlungen, leitete die Polizei am Dienstag ein, nachdem eine Zeugin eine Entführung vermutet hatte. Die Frau hatte gegen 14 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie in der Eberhardstraße mehrere Männer beobachtet hatte. Die Unbekannten hätten ein Kind offenbar gegen dessen Willen in ein Auto gebracht. Dann seien sie mit dem etwa sechs bis sieben Jahre alten Kind mit einem hellen Auto weggefahren. Einer der Männer habe möglicherweise eine gelbe oder orange Jacke getragen.

Bisher keine Hinweise auf Entführung in Ulm, kein Kind vermisst gemeldet

Sofort wurde eine umfangreiche Suche nach dem Auto und dem Kind eingeleitet, einschließlich einer Ringfahndung. Intensive Ermittlungen begleiteten die Suche. Diese Ermittlungen dauerten die ganze Nacht an und werden auch jetzt noch weitergeführt. Bislang liegen jedoch keine Hinweise vor, dass tatsächlich eine Entführung stattgefunden hat. Zudem wurde bislang kein Kind als vermisst gemeldet.

Polizei bittet um Hinweise nach mutmaßlicher Kindesentführung in Ulm

Vielleicht liegt auch gar keine Straftat vor. Möglicherweise waren auch nur Eltern mit ihrem Kind uneins. Deshalb fragt die Polizei:
  • Wer ist am Dienstag gegen 14 Uhr in der Eberhardstraße in Ulm mit einem Kind in ein Auto gestiegen und weggefahren?
  • Wer hat einen solchen Vorfall beobachtet?
  • Wer kann sonst Hinweise geben?
Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Ulm unter (0731) 18 80.