Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat am Dienstagmorgen zwischen 4 Uhr und 5 Uhr ein Anwesen in Gannertshofen, einem Ortsteil der Marktgemeinde Buch im südlichen Landkreis Neu-Ulm, gestürmt. Die Spezialkräfte unterstützten dabei rund 30 Polizisten der Kriminalpolizei Neu-Ulm und der Operativen Ergänzungsdienste Neu-Ulm und Kempten. Auch Diensthundeführer waren im Einsatz, teilt Pressesprecherin  Johanna Graf vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit. Es handelte sich um einen geplanten Einsatz, es lag keine akute Gefahrenlage vor:  Die Kriminalpolizei Neu-Ulm vollzog einen von der Staatsanwaltschaft erwirkten Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Augsburg wegen des Verdachts des Handelstreibens mit Waffen.  Ein 55-Jähriger war ins Visier der Fahnder geraten.

Verdacht auf Waffenhandel

Der Mann soll im Sommer 2017 bei einer Hausräumung mehrere verbotene Gegenstände, die dem Waffengesetz unterliegen, gestohlen haben, um diese weiter zu verkaufen. Dabei handle es sich jedoch nicht um Schusswaffen, erklärte Polizeipressesprecherin Graf auf Anfrage unserer Zeitung, sondern etwa um verbotene Stichwaffen. Darunter fallen zum Beispiel Butterfly-Messer. Mit Details hält sich die Polizei zurück. Als Grund werden die laufenden Ermittlungen angeführt.

Da der Beschuldigte als gewaltbereit gilt, erfolgte der Zugriff mit Unterstützung der Spezialkräfte am frühen Morgen. Dabei wurden mehrere Personen in dem Anwesen angetroffen, der Einsatz galt aber gezielt dem 55-Jährigen.

Bei der Durchsuchung konnten im Anwesen des  55-Jährigen mehrere verbotene Waffen gefunden und sichergestellt werden. Es wird nun die genaue Herkunft und Zuordnung der einzelnen beschlagnahmten Gegenstände geprüft, teilt die Polizei weiter mit. Der 55-jährige Verdächtige wurde festgesetzt und später wieder freigelassen.