Nach dem tödlichen Motorradunfall auf dem Hindenburgring ist die genaue Unfallursache unklar. Obwohl mehrere Spezialisten der Verkehrspolizei Mühlhausen noch in der Nacht auf Donnerstag am Ort des Geschehens die Ermittlungen aufnahmen und die Staatsanwaltschaft anordnete, einen Gutachter hinzuzuziehen, bleibt einstweilen offen, ob der 20-jährige Motorradfahrer zu schnell unterwegs war, ins Schlingern geriet oder womöglich sogar angetrunken war.

Es werde wahrscheinlich deutlich länger als eine Woche dauern, bis die Experten zu einem abschließenden Urteil kämen, teilte Polizeisprecher Dominik Köhler gestern auf Anfrage mit.

Fest steht nach Mitteilung der Polizei allerdings, dass es sich bei der Unfallstelle nicht um einen neuralgischen Punkt handelt.  „Wir haben unser Archiv durchforstet und festgestellt: In den zurückliegenden zehn Jahren gab es dort keinen einzigen Unfall“, sagte Köhler.

Am Mittwoch kurz vor Mitternacht war der Kradfahrer – er stammte aus Ulm – mit seiner Yamaha in Richtung Dornstadt unterwegs gewesen. Auf Höhe des Hindenburgrings kam er nach links von der Straße ab, sein Motorrad prallte gegen die Brüstung des Westringtunnels. Von dort war der junge Mann über die Brüstung auf die ungefähr sechs Meter tiefer verlaufende B 10 gestürzt. Dort fuhr ein 48-Jähriger mit seinem Toyota in Richtung Neu-Ulm. Er erfasste und überrollte den Motorradfahrer.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Fahrzeugen im Einsatz. Die beiden Unfallfahrzeuge wurden sichergestellt und abgeschleppt. Für die Zeit der Unfallaufnahme waren die Bundesstraße 10 und der Zubringer zur B 10 bis drei Uhr in der Nacht voll gesperrt.