Weißenhorn Mann unter Mauer begraben

Weißenhorn / swp.de 18.04.2012
In Weißenhorn hat sich am Mittwoch ein tragischer Arbeitsunnfall ereignet. Ein 37-Jähriger wurde bei Bauarbeiten von einer umstürtzenden Mauer begraben. Der Mann erlag am Nachmittag seinen schweren Verletzungen.

Tödliche Verletzungen hat sich gestern Vormittag ein Arbeiter bei einem Unfall auf einer Baustelle in Weißenhorn zugezogen. Wie Polizei und Feuerwehr berichteten, war gegen 11 Uhr eine Stützmauer bei Aushubarbeiten an einem Haus in der Franz-Liszt-Straße umgestürzt. Die fünf Meter lange und 1,5 Meter hohe Mauer begrub einen 37-Jährigen unter sich, der sich in dem Augenblick in der Baugrube aufgehalten und dort laut Polizei gearbeitet hatte.

Der Mann zog sich schwere Verletzungen zu, vor allem im Bereich des Brustkorbs. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm geflogen. Dort erlag der 37-Jährige wenig später seinen Verletzungen, wie das Polizeipräsidium Schwaben in Kempten am späten Nachmittag mitteilte. Ein Kollege des Verunglückten, der mit seinem Bagger das Erdreich in der Nähe der Stützmauer abgetragen hatte, erlitt einen Schock.

Wie es zu dem Unglück in der Fuggerstadt kommen konnte, warum die Mauer plötzlich einstürzte, ist bislang völlig unklar. Nach Angaben von Wilhelm Schmid, dem Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm, sollte auf dem Grundstück unter anderem eine Garage gebaut werden.

Nun hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm die Ermittlungen aufgenommen, auch die Berufsgenossenschaft wurde eingeschaltet, um den tragischen Vorfall zu klären.

Die Weißenhorner Feuerwehr war mit 15 Einsatzkräften an den Unglücksort im Osten der Stadt geeilt. Die Retter richteten zunächst die Mauer auf und stützten diese mit Stahlstreben ab. Dann wurde der eingeklemmte Arbeiter, der zu diesem Zeitpunkt bereits das Bewusstsein verloren hatte und sich in einem äußerst kritischen Zustand befand, mit Schaufeln ausgegraben und so aus seiner misslichen Lage befreit. Einem Notarzt gelang es schließlich, den Mann zu reanimieren und seinen Zustand so weit zu stabilisieren, dass er in die Klinik transportiert werden konnte. Der Verletzte wurde zunächst mit dem Rettungswagen zur Weißenhorner Hauptschule gefahren. Auf einer Wiese nahe der Schule in der Reichenbacher Straße war der Rettungshubschrauber gelandet. Kurz nach 12 Uhr war der Einsatz in der Franz-Liszt-Straße beendet.

"Sicher ein heikler Einsatz", sagte Wilhelm Schneider, der Einsatzleiter der Feuerwehr Weißenhorn, der SÜDWEST PRESSE. Auch Schneider hatte keine Erklärung für das Unglück. Er sagte: "Ich weiß auch nicht, wie es dazu kommen konnte."

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