Polizei und Feuerwehr haben am Montagabend die Leiche des 19-jährigen Albaners Xhoi Musaj aus dem Wasser eines Anglersees bei Erbach geborgen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben, wurde der junge Mann Opfer eines Gewaltverbrechens.

Die Kriminalpolizei hat für die Ermittlungen die Sonderkommission „See“ eingerichtet. Bei ihren Ermittlungen hoffen die Behörden auf die Unterstützung der Bevölkerung.

Nach Erkenntnissen aus der Obduktion weist der Körper schwere Verletzungen auf, die von schweren äußerlichen Gewalteinwirkung herrühren und letztlich zum Tode von Xhoi Musaj führten, wie es in der Mitteilung heißt. „Nähere Informationen zur Todesursache und der Art der Verletzungen können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht erteilt werden.“

Zeugen hatten am späten Mittwochabend den leblosen Körper im See entdeckt, der sich im Gewann Ried direkt neben dem Gewerbegebiet östlich von Erbach befindet. Noch am Dienstag ordnete die Staatsanwaltschaft die Obduktion an. Die Leiche lag über einen längeren Zeitraum im Wasser, weshalb den Ermittlern zunächst auch kein Rückschluss auf das Geschlecht möglich war.

Bekannt ist nun: Xhoi Musaj wohnte zuletzt in Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Auch soll er Mitte April noch gelebt haben, allerdings nennt die Polizei keine Details, wie sie zu diesem Schluss kommt. Damals fuhr er möglicherweise mit dem Zug nach Süddeutschland. „Wir stehen mit unseren Ermittlungen noch ganz am Anfang“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jürgens am Mittwoch auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

Wie Xhoi Musaj letztlich identifiziert werden konnte, auch dazu bleibt die Polizei unkonkret. „Das haben Ermittlungen ergeben“, sagt Jürgens. Der 19-Jährige war jedoch bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten. Ob Vorstrafen vorliegen, soll nun geklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft Ulm setzt sich dazu und für weitere Erkenntnisse auch mit den albanischen Behörden in Verbindung. „Möglicherweise wird auch Interpol eingeschaltet“, sagt Stefan Adamski, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm der SÜDWEST PRESSE. Nächste Woche erhofft man sich neue Erkenntnisse. Wie lange Xhoi Musaj in Deutschland lebte, dazu will auch die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Die Ermittler setzen nun auf die Öffentlichkeit, haben ein Foto des 19-Jährigen veröffentlicht und erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über Xhoi Musaj und Anhaltspunkte, die zu seinem gewaltsamen Tod führten. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung über 3000 Euro ausgelobt worden.

Am Dienstag hatte ein Großaufgebot der Polizei den Uferbereich und den Anglersee selbst abgesucht. Dabei sind laut Jürgens viele Spuren gefunden worden. „Die Frage ist nun, was ist relevant, und was nicht.“

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Zeugenaufruf der Polizei


Die Sonderkommission „See“ der Kriminalpolizei fragt:

Wer kennt den 19-jährigen Albaner Xhoi MUSAJ aus Steinfurt,Nordrhein-Westfalen?

Wer weiß, zu wem er hier in der Region Kontakte oder Verbindungen pflegte?
Wer weiß, wo Xhoi Musaj sich sonst im Bereich des Alb-Donau-Kreises oder der weiteren Umgebung aufhielt?
Wer weiß, wie Xhoi MUSAJ an den Angelsee bei Erbach im Gewann Ried gekommen ist?
Wer kann Hinweise darauf geben, ob und wo Xhoi MUSAJ in der Region übernachtet hat?
Wer hat in den letzten Wochen bei den Erbacher Angelseen im Gewann Ried verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen oder andere auffällige Beobachtungen gemacht?
Wer hat im Bereich der Seen Wertsachen oder Gegenstände gefunden, die Musaj zugeordnet werden oder im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten?
Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Ulm eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Hinweise an die Kriminalpolizei Ulm unter Telefon-Nr. 0731/1880.