Bei Zollkontrollen kam es am vergangenen Samstag in Lindau zu einem kuriosen Vorfall: Als die Beamten einen Bus kontrollierten, stellten sie fest, dass das Fahrzeug auf ein Reiseunternehmen aus dem Kosovo zugelassen war. Das Problem: Die Firma hatte noch rund 29.000 Euro offene Steuerschulden. Da die Summe vor Ort nicht beglichen werden konnte, pfändeten die Zöllner kurzerhand den Bus. Die Gäste waren gezwungen, in einen Ersatzbus umzusteigen.

Weiterer Fund: 58 Liter Schnaps und 200 Zigaretten

Auch am Vortag hatten die Beamten Busse angehalten. In einem rumänischen Fernbus fanden sie zahlreiche PET-Flaschen, in die insgesamt 58 Liter Schnaps abgefüllt worden waren. Zudem stellten sie 200 Zigaretten sicher. Als Empfänger war eine Adresse in Portugal vermerkt. Da es eine Freimenge für verbrauchsteuerpflichtige Waren im Postverkehr nicht gibt, leiteten die Zöllner ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Fahrer ein und kassierten 370 Euro Alkohol- und Tabaksteuer und 350 Euro Strafsicherheit. Zudem vollstreckten sie noch 500 Euro offene Personenbeförderungssteuer.

Der Zoll ist dazu berechtigt, im Rahmen seiner Transitkontrollen offene Forderungen bei ausländischen Schuldnern zu vollstrecken. Können die Steuerschulden vor Ort nicht bar beglichen werden, darf der Zoll unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit Pfändungen vornehmen.