Kriminalität Frau fällt in Wohnung Gewaltverbrechen zum Opfer

Experten für Spurensicherung nahmen am Samstag den Tatort unter die Lupe. Der befindet sich in einem Wohnhaus im rückwärtigen Teil des Anwesens in der Suppinger Kirchgasse.
Experten für Spurensicherung nahmen am Samstag den Tatort unter die Lupe. Der befindet sich in einem Wohnhaus im rückwärtigen Teil des Anwesens in der Suppinger Kirchgasse. © Foto: Ralf Zwiebler
Laichingen / Joachim Striebel 05.11.2018

Eine 30-jährige Frau ist in ihrer Wohnung im Laichinger Ortsteil Suppingen in der Nacht zum Samstag gewaltsam zu Tode gekommen. Unter dringendem Verdacht steht ein 40-jähriger Mann, den die Polizei am Samstagabend in einer Gemeinde der Laichinger Alb festnahm. Das Ulmer Amtsgericht hat gestern Nachmittag einen Haftbefehl erlassen. Der Festgenommene gehöre zum „persönlichen Umfeld“ der Getöteten, sagte Wolfgang Jürgens, Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Die Behörden suchen Zeugen, die etwas Verdächtiges wahrgenommen haben.

Die Leiche der jungen Frau war am Samstag kurz nach 7 Uhr entdeckt worden. Da die 30-Jährige am Morgen nicht zur Arbeit erschienen war, verständigten ihre Kollegen die woanders wohnenden Eltern. Laut Polizei fand der Vater seine Tochter leblos in der Wohnung in Suppingen. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen und bescheinigte eine „nicht natürliche Todesursache“. Die Polizei habe daraufhin sofort „mit allen verfügbaren Beamten“ Ermittlungen aufgenommen, berichtet Jürgens. Spezialisten sicherten Spuren am Tatort. Die ersten Ergebnisse haben laut Jürgens ergeben, dass die Frau getötet worden sei. Schon bald hätte man Hinweise auf den 40-Jährigen gehabt.

Die Mutter bewohnte – nach Schilderung von Nachbarn – gemeinsam mit zwei oder drei Kindern das Hinterhaus einer landwirtschaftlichen Hofstelle mitten in Suppingen. Vor etwa zwei Jahren sei die Familie in das Haus in der Kirchgasse gezogen. Die Verhältnisse seien „nicht ganz glücklich“ gewesen, meint ein Nachbar. Der Partner oder Ehemann der Frau sei unregelmäßig dagewesen. Die Familie sei aber im Ort nicht aufgefallen. Die Kinder waren laut Polizei zur Tatzeit in der Nacht zu Samstag nicht im Haus.

Der Ort mit 900 Einwohnern, in dem es meist beschaulich zugeht, reagierte, nachdem der Fall am Samstag bekannt geworden war, mit Besonnenheit. Laut Ortsvorsteher Bernd Kühnle breitete sich keine Hysterie aus, die Menschen hätten sich nicht in Gefahr gesehen.

Am Sonntag um 15.23 Uhr teilten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Ulm die Festnahme des 40-jährigen Verdächtigen mit. Es werde weiter ermittelt, um den Verdacht zu erhärten oder zu entkräften, und Zeugen werden befragt. Ob es sich bei dem Mann um den Vater der Kinder und Partner der 30-Jährigen handelt, sagte die Polizei nicht. 

Verdächtige Wahrnehmungen melden

Aufruf Die Staatsanwaltschaft Ulm und die Kriminalpolizei ermitteln auch nach der Festnahme eines Verdächtigen weiter. Die Behörden fragen, wer in der Nacht zum Samstag in Suppingen verdächtige Personen beobachtet hat und wem dort Fahrzeuge aufgefallen sind. Auch wer in der Kirchgasse etwas gesehen oder gehört hat, was mit der Tat in Verbindung stehen könnte, oder sonstige Hinweise geben kann, soll sich bei der Ulmer Kriminalpolizei melden unter Tel. (0731) 1880.

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