Ein 73 Jahre alter Mann ist am Dienstagnachmittag bei einer Explosion in Gerhausen getötet worden. Anwohner hatten gegen 15.15 Uhr die Rettungskräfte verständigt und von einer Explosion in einem benachbarten Wohnhaus in der Beininger Straße in dem Blaubeurer Ortsteil gesprochen. Als Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort eintrafen und das Haus betraten, fanden sie wenig später den Leichnam des Mannes.

Wie sich im Verlauf der Ermittlungen vor Ort herausstellte, handelte es sich bei dem Toten um einen Bewohner des Hauses, der sich zuvor alleine in dem Gebäude aufgehalten hatte. Weitere Opfer oder Verletzte gab es nicht. Die Familie des Mannes, die ebenfalls in dem Haus wohnt, hatte sich zum Zeitpunkt der Explosion nicht im Gebäude aufgehalten.

Explosion in Gerhausen: Ursache geklärt – kein Fremdverschulden

Ob es sich – wie bereits bei der Explosion eines Hauses in Gerhausen im Juli 2019 – um einen Suizid handelt, war bis Mittwochmorgen unklar. Allerdings hat die Polizei neue Erkenntnisse zur Ursache der tödlichen Explosion bekannt gegeben. Demnach hatte es sich wie bereits vermutet um eine Gasexplosion gehandelt.

Zwei Gasflaschen im Keller waren geöffnet

Die Ermittler haben im Keller des Unglückshauses zwei Gasflaschen gefunden. Die Gashähne beider Flaschen seien geöffnet gewesen. Laut Polizei lagen auch am Mittwoch weiterhin keine Hinweise auf ein Verschulden Dritter vor. „Offenbar zündete das Gas, was zur Explosion geführt hat“, heißt es im Polizeibericht. Schon am Dienstag hatten Feuerwehrleute vor Ort von einer Gasexplosion gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstagabend noch nicht entschieden, ob die Leiche des 73-jährigen Mannes obduziert wird.

Bei der Explosion in Gerhausen kam ein Mensch ums Leben, das Haus ist unbewohnbar.
© Foto: Thomas Spanhel

Hoher Schaden – Gebäude unbewohnbar

Die Ursache der Explosion ist nicht geklärt. Anzeichen, die auf einen technischen Defekt innerhalb des Gebäudes hindeuten, gibt es nicht. Der Polizei zufolge wird ermittelt.

Ein Brand musste nach Angaben der Feuerwehr nicht gelöscht werden. Aber durch die Wucht der Explosion wurde das Haus schwer beschädigt. Mehrere Fenster im Erdgeschoss des mehrstöckigen Hauses barsten und waren aus der Verankerung gerissen. Glassplitter lagen verstreut auf der Straße, an der sich Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen und Polizeifahrzeuge aneinanderreihten.

Der Bereich um das Gebäude in Gerhausen wurde nach der Explosion abgesperrt.
© Foto: Thomas Spanhel

Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr aus der ganzen Region

Aufgrund der unklaren Lage nach dem abgesetzten Notruf am Nachmittag rückte ein Großaufgebot an Polizeistreifen und Feuerwehrkräften aus der ganzen Region nach Gerhausen aus und sperrte das betroffene Haus großräumig ab. Die Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil und der Stadt Blaubeuren wurde gesperrt. Nachdem sich die Rettungskräfte vor Ort ein Bild der Situation gemacht hatten und auch die Stabilität des beschädigten Hauses sichergestellt war, begannen Kriminalpolizei und Spurensicherung mit ihren Ermittlungen.

In den nächsten Tagen werden zudem Bau-Sachverständige das Wohnhaus allerdings genauer untersuchen. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. Das Gebäude ist der Feuerwehr zufolge unbewohnbar.

Bereits im Juli Explosion in Gerhausen: Vater tötete Töchter und sich selbst

Im Juli 2019 hatte der Ort schon einmal ein schreckliches Familiendrama mit einem Suizid erlebt. Damals hatte es ebenfalls eine Explosion in Blaubeuren-Gerhausen gegeben: Ein 41-jähriger Vater tötete seine zwei Töchter. Er erschoss die Kinder mit einer Pistole. Dann schüttete er Benzin aus, legte Feuer und erschoss sich. Die beiden Mädchen waren 9 und 13 Jahre alt gewesen. Die Mutter überlebte das Drama, ebenso eine weitere Tochter im Alter von 17 Jahren. Sie war zur Tatzeit nicht zu Hause gewesen.

Für die Überlebenden wurde damals ein Spendenkonto eingerichtet.

Gerhausen