Der schwere Badeunfall am Badesee in Erbach, bei dem am Samstag eine 19-Jährige wiederbelebt werden musste, hat sich anders ereignet als berichtet. Das teilte die Erbacher Kämmerin Petra Schnierer auf Anfrage mit. Sie ist im Rathaus für die Verwaltung der städtischen Anlage zuständig und war auch privat vor Ort.

Badeunfall in Erbach: Mann ergreift zufällig Arm der Bewusstlosen

Demnach hat die 19-Jährige nicht mit ihrem Vater Tauchübungen im Nichtschwimmerbereich gemacht. Vielmehr war ein Mann dort mit seinem kleinen Sohn: Der Junge tauchte zwischen seinen Beinen durch. Als er nach seinem Kind greifen wollte, hielt er plötzlich den Arm der jungen Frau in der Hand. Er rief sofort um Hilfe.

Die Bademeister sowie ein von der DLRG Ulm am See eingesetztes Team kümmerten sich um die bewusstlose junge Frau. Zeitgleich sei die „Rettungskette“ in Gang gesetzt worden: Notarzt, Rettungswagen und Hubschrauber wurden alarmiert. Zum Glück hätten sich auch versierte Rettungskräfte unter den Badegästen befunden, die die Wiederbelebung unterstützten, berichtete Schnierer. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort, um sich um die Angehörigen der Verunglückten zu kümmern, aber auch um eine Jugendgruppe, die mit den DLRG-Helfern für ein Übungswochenende am Erbacher See weilte.

Erbach: Zustand der 19-Jährigen weiter kritisch

Die vielen Gäste, einige tausend, hätten sich in „Schockstarre“ befunden, sagte Petra Schnierer, die vom Einsatz der Rettungskräfte tief beeindruckt war.  Sie hoffe, dass es der jungen Frau, die sich dem Vernehmen nach immer noch in kritischem Zustand befindet, bald besser geht. Zugleich trat sie einem über Facebook verbreiteten Bericht entgegen, nachdem „Gaffer“ die Rettungsaktion behindert hätten: „Das habe ich so nicht empfunden“. In der restlos gefüllten Anlage seien viele Badegäste nahe beim Geschehen gewesen. Die Leute seien angesichts des schweren Unglücks wie gelähmt gewesen.

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