In Zügen zwischen Söflingen und Blaustein gab es am Donnerstagmorgen gegen 8.45 Uhr eine Bahn-Durchsage der etwas anderen Art: "Die Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit, weil ein Känguru im Gleis ist". Während einzelne Fahrgäste über die Verzögerung verärgert waren, erfreuten sich die meisten jedoch an der kuriosen Meldung und versuchten das ausgebüxte Tier zu erhaschen.
 

Was war geschehen? Mitarbeiter des nahegelegenen Zirkus Kaiser stellten fest, dass ein Tiergehege offen stand. Die Kängurus und Strauße hatten sich bereits vor die Tür gewagt. Der Zirkus reagierte schnell und brachte die Tiere wieder im Gehege in Sicherheit. Bis auf eines. Känguru Jambo hüpfte auf den nahegelegenen Gleisen der Bahnlinie von Blaubeuren in Richtung Ulm. Die verständigte Bundespolizei sperrte gemeinsam mit Kollegen des Polizeireviers Ulm West den Bahnverkehr 500 Meter vor und nach dem Bahnhof Söflingen. Gemeinsam mit Zirkus-Mitarbeitern konnten sie das Känguru einfangen.

Nach 20 Minuten konnte der Bahnverkehr wieder freigegeben werden. Zudem wurde niemand verletzt. "Weder Mensch noch Tier", bestätigte Jonas Große, Pressesprecher der Bundespolizei Stuttgart. Jetzt ermittelt die Polizei, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und wer die Tiere in Gefahr gebracht hat.

Zirkussprecherin Tina Quaiser vermutet, dass ein Unbekannter das Gehege in der Nacht geöffnet hatte und die Tiere deshalb entwischen konnten. Bei der vorherrschenden Hitze fühlen sich die vier Kängurus in Blaustein sehr wohl. Während die rund 80 weiteren Zirkus-Tiere lieber im Schatten dösen, vergnügen diese sich Jambo und sein Bruder Günter in der Sonne. Wenn der vierjährige „Jambo“ nicht gerade den Bahnverkehr lahm legt, verhält sich Jambo friedlich und frisst der Zirkussprecherin sogar zutraulich aus der Hand.