Wie die Polizei berichtet, haben Zielfahnder des Bayerischen Landeskriminalamts einen Erfolg bei der Suche nach Alexander G. (28) und Ruslan-Oleksandr Tsopa zu verzeichnen: Einer der beiden Männer, Alexander G., wurde jetzt gefasst. Die beiden Straftäter waren im September 2019 aus der Forensischen Psychiatrie des Günzburger Bezirkskrankenhauses geflohen. Sie waren dort zur zur Behandlung einer Suchterkrankung untergebracht gewesen.

Festnahme in Südspanien

Zu Alexander G. hatten sich im Zuge der Fahndung, an der auch die Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm, das Bundeskriminalamt und spanische Fahnder beteiligt waren, „Hinweise auf den Aufenthaltsort ergeben“, wie die Polizei berichtet. Er wurde am Freitag in Südspanien von der örtlichen Polizei festgenommen. Die Auslieferung des Beschuldigten, welcher sich zuletzt im Raum Málaga aufgehalten hatte, ist bereits beantragt.

Günzburg

Zweiter Ausbrecher aus Günzburg weiter auf der Flucht

Der zweite Ausbrecher, Ruslanlan-Oleksandr Tsopa, ist nach wie vor auf der Flucht. Er dürfte sich der Polizei zufolge ebenfalls im Ausland aufhalten. Das Duo hatte am Tag des Ausbruchs eine Mitarbeiterin mit einer selbst angefertigten Waffe gezwungen, die Türen zu öffnen. Beide Männer flohen, die Frau blieb unverletzt.

Alexander G. ist unter anderem wegen räuberischen Diebstahls, Tsopa wegen schweren Bandendiebstahls polizeibekannt.

Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, hat die Staatsanwaltschaft Memmingen eine Belohnung von bis zu 3.000 Euro ausgelobt.

Immer wieder Hinweise auf Flüchtige

Nach der Flucht gingen einige Hinweise bei der Polizei ein. Zeugen wollten die Männer unter anderem in Jettingen-Scheppach, Vöhringen und Langenau gesehen haben. Auch Hinweise auf den Großraum Stuttgart hatte es gegeben – zunächst ohne Erfolg. Im November war der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ zu sehen. Daraufhin gingen rund 50 Hinweise ein.

Suche über das europäische Enfast-Netzwerk

Nach den Ausbrechern wird über das Enfast-Netzwerk gesucht. Beim European Network of Fugitive Active Search Teams (Enfast) handelt es sich der Polizei zufolge um ein 2010 gegründetes europäisches Netzwerk von Zielfahndungsdienststellen. Sie unterstützen sich gegenseitig bei Zielfahndungen ohne bürokratischen Aufwand. Teilnehmer von Enfast sind

  • Alle EU-Mitgliedstaaten
  • Kosovo
  • Norwegen
  • Nordmazedonien
  • Montenegro
  • Schweiz
  • USA

Auf der Enfast-Website sind die meist gesuchten Verbrecher mit Fahndungsbildern aufgelistet. dort heißt es unter anderem, das Netzwerk ermögliche es, „umgehend Maßnahmen zur Lokalisierung und Festnahme international gesuchter, schwerstkrimineller Straftäter umzusetzen.“