Dornstadt Umgekippter Tanklaster: A8 in beide Richtungen wieder frei

Dornstadt/Geislingen / sab, don 19.02.2018
Am Freitagmorgen ist ein Tanklaster auf der A 8 umgekippt. Bis in den frühen Nachmittag dauerte die Bergung an.

Auf der Autobahn 8 zwischen Merklingen und Ulm hat ein umgekippter Tanklaster mehrere Tausend Liter Benzin und Diesel verloren. Wie die Polizei mitteilt, geriet der Laster gegen 6 Uhr in Fahrtrichtung München bei Dornstadt ins Schleudern und kippte um. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei trat beim Fahrer während der Fahrt plötzlich eine medizinische Notlage auf. Der 59-Jährige verlor hierdurch die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Gegen 15 Uhr meldete das Landratsamt Alb-Donau-Kreis, dass die Bergungsarbeiten abgeschlossen sind. Der verunglückte Tanklaster wurde inzwischen abtransportiert. Derzeit laufen noch Reinigungsarbeiten der Feuerwehr auf der Fahrbahn, weshalb es sich auf der Autobahn nach wie vor staut.

Die A 8 war in beide Richtungen nicht befahrbar: In Richtung München, da dort der umgekippte Lkw die Fahrbahn blockierte. Am frühen Abend konnten beide Fahrbahnen wieder freigegeben werden.

Auch in Richtung Stuttgart war die A8 gesperrt, für die Bergungsarbeiten musste ein Kran eingesetzt werden. Die Sperrung wurde gegen 15 Uhr wieder aufgehoben.

Auch die Umleitungsstraßen sind verstopft

Es staute sich mehrere Kilometer weit. Der Verkehr wurde umgeleitet. Auch am frühen Abend floss der Verkehr an der Anschlussstelle Merklingen nur zäh. Nach Angaben der Polizei kann sich der Stau dort noch bis in den Abend hinziehen.

Die Umleitungsstraßen – unter anderem auch die B10 – waren den gesamten Tag verstopft. Ein Polizeihubschrauber stieg von Ulm auf, um den Stau zu überfliegen.

Stark erhöhtes Verkehrsaufkommen in Tomerdingen aufgrund der Sperrung der A8 #swplive #ulm

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Feuerwehr mit Spezialkräften vor Ort

Der Tanklaster war nach Angaben der Polizei mit etwa 35.000 Liter Kraftstoff beladen. Zwei Tankkammern enthielten Diesel, die zwei anderen Kammern Benzin. Durch das Umstürzen schlug eine Kammer leck. Wie die Polizei mitteilte, sind aus dem Tanklaster 2500 Liter Benzin und 250 Liter Diesel ausgelaufen. Der größte Teil davon lief nach einer Mitteilung des Landratsamtes Als-Donau-Kreis über die Rohrleitungen des Fahrbahn-Entwässerungssystems dieses Neubauabschnitts in Richtung eines Auffangbeckens für Oberflächenwasser. Dort errichtete die Feuerwehr eine Ölsperre. Spezialfahrzeuge werden dort die eingetragenen Mengen abpumpen. Das umgebende Erdreich der Unfallstelle war nicht betroffen.

Der havarierte Tanklaster wurde von Feuerwehrkräften leegepumpt. „Die Feuerwehr war mit etwa 90 Einsatzkräften vor Ort, darunter auch ein Spezialist vom Fachdienst Umwelt“, sagte Bernd Weltin vom Landratsamt. Am Einsatz beteiligt waren die Feuerwehren aus Dornstadt, Blaustein, Merklingen und Ulm.

Nach Bergung des Fahrzeugs konnte die Feuerwehr mit Bindemitteln an die Reinigung der Fahrbahn gehen. Außerdem wurde auch das Rohrleitungssystem der Fahrbahnentwässerung noch gespült. Auch während des Abpumpens des verunglückten Fahrzeugs ging die Feuerwehr noch von Explosionsgefahr aus. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Weltin.

Die Polizei schätzt den Schaden auf 75.000 Euro. Nach Auskunft der Ulmer Feuerwehr wurde ein Teil des abgepumpten Kraftstoffs zu einer Raffinerie nach Karlsruhe gebracht, der andere Teil zu einem Entsorgungsfachbetrieb. Dabei handelt es sich um die Firma Südöl in Eislingen/Fils. Wie Michael Cieslik von der Geschäftsführung sagte, sind etwa 17.000 Liter angeliefert worden: 16.000 Liter Diesel, vermischt mit 1000 Litern Benzin. Das Gemisch kann laut Cieslik zu Heizöl aufbereitet werden. In diesem Prozess betrage der Mengenverlust lediglich etwa zwei Prozent.

Aus dem Stau vor der Unfallstelle wurden nach Angaben des Landratsamtes 150 Menschen vorübergehend in einer nahe gelegenen Sporthalle in Temmenhausen untergebracht.

Flixbus-Passagiere gestrandet

Auf Veranlassung der Feuerwehr waren am Morgen auch zwei Flixbusse mit Reisenden aus Köln evakuiert worden, die unmittelbar hinter dem verunglückten Tanklaster auf der Autobahn 8 im Stau standen. Die Feuerwehr hatte 46 Fahrgäste, die in einem der beiden Busse Richtung München unterwegs waren, mit ihrem Gepäck, in einem bereitgestellten Bus ins Bürgerhaus nach Temmenhausen gefahren. Die Fahrgäste die in dem zweiten Flixbus, der nach Budapest unterwegs war, wurden ebenfalls von der Feuerwehr versorgt.

Sie befanden sich bereits am Vormittag wieder auf dem Weg nach München, ihrem ursprünglichen Ziel. Man sei „kurzfristig eingesprungen“, habe die Reisenden bereits nach etwa 30 Minuten abholen können, sagte Mirko Zurbonsen, Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. Die Flixbusse selbst seien an dem Unfall nicht beteiligt, die Evakuierung eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, sagte der Sprecher.

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