Jugendschutzkontrolle Teenager gelangen mehrfach an Alkohol und Tabak

Jugendliche kommen häufig zu leicht an Alkohol.
Jugendliche kommen häufig zu leicht an Alkohol. © Foto: Archiv
Kreis Hall / pol 03.12.2018
Bei Testkäufen im Kreis Hall wurden zahlreiche Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt.

Seit 2010 organisieren das Landratsamt Schwäbisch Hall zusammen mit den Stadtverwaltungen Schwäbisch Hall und Crailsheim sowie der Polizei regelmäßig Testkäufe im Kreis Hall. Das Ziel: überprüfen, ob Minderjährigen der Zugang zu Alkohol und Zigaretten, aber auch zu Spielhallen ermöglicht wird.

Wie das Landratsamt Hall gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Aalen mitteilt, war es jüngst wieder soweit: Um eventuelle Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz aufzudecken, waren am vergangenen Dienstag zwölf jugendliche Testkäufer im Kreis unterwegs - um zu versuchen, hochprozentigen Alkohol, Tabak sowie Computerspiele/Filme mit Altersbeschränkung zu kaufen beziehungsweise Spielhallen aufzusuchen. Die Jugendlichen, die von zwölf Polizeibeamten und dem Kreisjugendreferenten des Landratsamtes Schwäbisch Hall, Dietmar Winter, begleitet und unterstützt wurden, gingen jeweils mit 30 Euro im Geldbeutel zu zweit in die Geschäfte.

Die Artikel, ob beispielsweise harte Alkoholika oder Tabakwaren, durften sie sich selbst aussuchen. Jedoch hatten sie Vorgaben. So mussten sie an der Kasse auf Nachfrage ihr wahres Alter nennen und ihren Ausweis vorlegen. Auch durften sie nicht versuchen, das Personal der Geschäfte zu überreden, ihnen solche Waren zu verkaufen oder ihnen die Nutzung von Glücksspielautomaten zu gestatten. Missachtete das Personal den Jugendschutz, wurde es von den Polizisten unmittelbar nach dem Kauf darauf angesprochen.

27-mal klappte der illegale Handel

Am Dienstag wurden insgesamt 70 Verkaufs- und Spielörtlichkeiten überprüft. Bei 27 davon verkaufte das Personal den Jugendlichen ohne weitere Überprüfung des Personalausweises die Waren oder ließ sie an Gewinnspielautomaten spielen.

So gelang es den Teenagern bei 34 Versuchen zehnmal, hochprozentigen Alkohol zu kaufen. Beim Tabakkauf klappte es bei 21 Versuchen elfmal. Die Beanstandungsquote fiel auch beim Kauf von Videos mit Altersbeschränkung und beim Betreten von Spielhallen hoch aus: Bei 15 Versuchen stellte die Polizei sechs Verstöße fest. Die Verkäufer fragten die Jugendlichen teilweise nicht nach ihrem Alter, verlangten den Personalausweis nicht oder verrechneten sich bei der Ausweiskontrolle.

Die Ergebnisse sind aus Sicht der Experten nicht zufriedenstellend. „Leider wird der Jugendschutz im Alltag oft vergessen“, sagt der Kreisjugendreferent Dietmar Winter. Dennoch gibt es auch eine positive Nachricht: Zu Beginn der Testkäufe im Jahr 2010 lag die Quote der unerlaubten Alkoholverkäufe an Minderjährige noch bei vierzig Prozent. "Die Verstöße haben sich erfreulicherweise über die Jahre reduziert", erklärt Landrat Gerhard Bauer.

Testkäufe werden 2019 fortgesetzt

Mit 50 Krankenhausaufenthalten wegen Alkoholvergiftung bei 13- bis 19-Jährigen lag der Kreis Schwäbisch Hall im Jahr 2017 laut dem Statistischen Landesamt wieder etwas unter dem baden-württembergischen Durchschnitt. Die Jugend-Sucht-Beratungsstelle im Kreis versucht mit verschiedenen Maßnahmen, Alkohol- und Tabakmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern.

Ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz kann richtig teuer werden: Wer zum ersten Mal bei den Testkäufen gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt, hat mit einem Bußgeld von rund 300 Euro zu rechnen. Für Wiederholungstäter wird in der Regel das Bußgeld verdoppelt. Die Testkäufe sollen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

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