Kurz nach 12 Uhr war am Montag im Rottal die Feuerwehr im Einsatz. Innerhalb kurzer Zeit steuerten drei Fahrzeuge den kleinen Oberroter Ortsteil Kornberg an. Dort war ein Pferd in eine Güllegrube eingebrochen. Die Einsatzkräfte machten sich zunächst daran, die Jauche abzupumpen. Ein Feuerwehrmann versuchte während der Rettungsaktion immer wieder das Tier zu beruhigen und versorgte es mit einem frischen Büschel Heu und aufmunternder Zusprache. Dann wurden extrem reißfeste und möglichst starke Bänder aus einem Kunststoffgewebe an mehreren Stellen um den Bauch des etwa 600 Kilogramm schweren Reittieres gelegt.

Die Freiwillige Feuerwehr aus Gaildorf war vorsorglich mit ihrer Drehleiter zur Tierrettung ausgerückt. Diese Entscheidung sollte sich jetzt als sehr nützlich erweisen. Das Spezialfahrzeug kann unter gewissen Bedingungen auch als Kran eingesetzt werden. Von dieser Möglichkeit wurde nun Gebrauch gemacht.

Beruhigungsspritze gesetzt

Vorsorglich war auch noch eine Veterinärin auf den Kornberg beordert worden. Die Frau setzte dem Pferd eine Spritze, die ein Beruhigungsmittel enthielt. Damit sollte verhindert werden, dass sich während der Rettung das Tier, Helfer oder auch Feuerwehrangehörige verletzen.

Auch in sichtlich geschocktem und später leicht sedierten Zustand kann ein Pferd eine ungewöhnlich starke Kraft entfalten. Wer beispielsweise von einem der Hufe bei einem Tritt erwischt wird, riskiert schnell einen Knochenbruch. Rund eine Stunde nach dem Unfall des Pferdes war es dann so weit. Sachte wurde die Hydraulik der Drehleiter aktiviert und das Huftier vorsichtig aus dem schmalen Schacht gehoben. Während der Rettung stabilisierten Feuerwehrangehörige und die Veterinärin das Tier mit Bändern und Seilen.

Dann wurde der Ausleger der Drehleiter auf sicheres Terrain geschwenkt und das Tier auf den Boden abgesenkt. In diesem Moment kam es noch zu einer kritischen Situation. Das Pferd begann auszutreten, verletzte dabei aber niemanden. Die Feuerwehrleute hatten damit gerechnet und rechtzeitig einen entsprechenden Sicherheitsabstand berücksichtigt. Auch die in der Nähe der Hinterhufe stehende Veterinärin überstand die gefährliche Situation unverletzt.

Gegen 13.30 Uhr war die Rettungsaktion beendet; die Einsatzkräfte konnten wieder in Richtung ihrer Depots abrücken.