Am vergangenen Donnerstag hat es in Wolpertshausen einen Polizeieinsatz gegeben. Dieser tauchte nicht im Polizeibericht auf, weil es sich um familiäre Streitigkeiten handelte. Aber dabei spielte ein Mann eine nicht unwesentliche Rolle, der der Reichsbürgerszene angehört und der in der Vergangenheit bereits mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet.

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Kreis Hall

Nach Recherchen unserer Zeitung soll sich Folgendes zugetragen haben: Der Mann nahm gegen 14 Uhr ein Fahrzeug der Firma mit, die früher ihm gehörte und heute von seiner Tochter geführt wird. Daraufhin meldete sie sich beim Polizeiposten Ilshofen. Gegen 18.45 Uhr wurde das Fahrzeug dann von zwei Polizeistreifen in einer Garage in der Nähe des Firmengeländes entdeckt und der Firma übergeben. Der Mann gab das Auto freiwillig her, er war der Meinung, es gehöre ihm.
„Das war nichts Aufregendes, nichts Wildes“, sagt die Tochter auf Nachfrage zu dem Einsatz. Mehr möchte sie dazu nicht sagen. „Ich teile die Ansichten meines Vaters nicht“, betonte sie vor einem Monat gegenüber unserer Zeitung. In dem Artikel damals ging es um die Firma, die gerade den Weg der Insolvenz in Eigenverantwortung beschreitet. Es gebe erhebliche Differenzen zwischen ihr und ihrem Vater, räumte die Inhaberin ein.

Eine E-Mail von coronafortwo

In die ganze Sache wird auch ihre Mutter reingezogen. Es gibt eine anonyme E-Mail vom Samstag, 11. Juli, 5.34 Uhr, unter der zumindest deren Name und deren Adresse steht. Betreff: Reichsbürger/Brandschutz im Wohngebiet. Die E-Mail ging an die Lokalzeitung, die Gemeinde, den Schornsteinfeger und den Kreisbrandmeister. Drei Minuten später wird sie noch mal an die Adresse der SÜDWEST PRESSE in Ulm geschickt. Wie schon zuvor findet sich statt eines Klarnamens die Bezeichnung coronafortwo@ im Absender.

„Diese Mail ist nicht von mir“, stellt die Frau klar, „und ich distanziere mich entschieden von dieser Mail und diesem Inhalt. Hier hat jemand meine Kontaktdaten missbraucht.“ Sie überlegt jetzt, ob sie Anzeige erstattet. In der E-Mail werden Details aus dem Polizeieinsatz genannt, und dann kommt es noch zu Anschuldigungen gegen den Mann.
Vor zwei Jahren musste der Mann für vier Monate ins Gefängnis, weil er wiederholt ohne Fahr­erlaubnis unterwegs war und gegen Bewährungsauflagen verstieß. Die Frage, die sich bei dem Einsatz jetzt stellt: Ist er selber gefahren? Darf er wieder fahren? Er hatte wohl jemanden, der das Auto fuhr, heißt es.