Gegen 15.45 Uhr ist die Rettungsleitstelle am Freitag informiert worden: Die Betriebs- und Verkaufsräume der Landmetzgerei Hartmann mit einem dazugehörenden Schweinestall in Uttenhofen waren in Brand geraten. Die Feuerwehr Rosengarten hatte das Feuer schon gegen 16 Uhr im Griff, das 30 mal 15 Meter große zweistöckige Gebäude war aber nicht mehr zu retten. „Wir gehen davon aus, dass noch Schweine in der Scheune sind“, sagt Polizeihauptkommissar Martin Mühlbeyer vom Haller Polizeirevier, während die Feuerwehrleute weiter mit den Löscharbeiten beschäftigt sind. Man befürchtet zu diesem Zeitpunkt, dass es die Tiere nicht geschafft haben.

Auch 100 Ballen Heu sind hin

Dann fährt Seniorchef Hans Hartmann einen Viehanhänger an den Hintereingang der Scheune. Die Türe des Baus öffnet sich und ein Feuerwehrmann mit Atemschutz kommt heraus. Die gute Nachricht: Die etwa 30 Schweine haben es geschafft. Mit vereinten Kräften werden sie von Hartmann, einem Nachbarn und assistierenden Feuerwehrleuten auf den Hänger gescheucht und weggefahren. „Das Löschwasser stand ihnen bis zum Bauch“, sagt Hartmann, nachdem die Tiere in Sicherheit gebracht worden sind. „Deshalb haben sie es wahrscheinlich überlebt.“

So wenig Tiere hätten er und sein Sohn Hans-Martin, der die Metzgerei führt, eigentlich selten da. Neben dem Stall wird auch die Einrichtung der Betriebs- und Verkaufsräume der Metzgerei ein Raub der Flammen. „Und 100 Ballen Heu sind auch hinüber. Die haben wir erst gestern gepresst“, sagt Hartmann senior. Sein Sohn ist zu dem Zeitpunkt zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden – wegen Kreislaufschwierigkeiten und Verdacht auf Rauchvergiftung. „Er macht jedoch einen guten Eindruck. Mitgenommen, aber gefasst“, sagt Rosengartens Bürgermeister
Jürgen König, der ebenfalls vor Ort ist. „Es ist wichtig, dass auch die Gemeinde Anteilnahme zeigt.“

Eine besondere Beziehung

Zum Bau der Hartmanns hat der Schultes eine besondere Beziehung. „Das war im April 1988, als ich gerade als Bürgermeister in Rosengarten angefangen habe, eine der ersten größeren Bausachen, die ich zu bearbeiten hatte“, so König. Hartmann senior nickt und sagt: „Das war seine erste Amtshandlung. Wissen Sie noch, wie wir damals hier standen?“ Vielleicht wird die Betreuung des Wiederaufbaus ja die erste Amtshandlung von Königs Nachfolger, orakelt Hartmann. Erst vor fünf Jahren habe man für viel Geld eine neue EU-Hygieneverordnung durch einen Umbau umsetzen müssen. Der 80-Jährige, der sich immer noch um die Landwirtschaft der Familie kümmert, hat zurzeit noch keine Vorstellung, wie viel man in einen Neubau investieren müsse. Nun sei erst einmal die Versicherung am Zug.

Die Polizei geht nach ersten Schätzungen von einem Gesamtschaden von rund 750 000 Euro aus. Der Polizeiposten Gaildorf hat die Ermittlungen zu der noch unbekannten Brandursache übernommen. Vermutungen werden am Freitagnachmittag aber schon vor Ort diskutiert. „Wir hatten Probleme mit der Lüftung. Mein Sohn hat dann den Service bestellt“, erklärt Hartmann einem Feuerwehrmann. „Als der Handwerker weg war, hat mein Sohn festgestellt, dass es komisch riecht.“ Und kurz danach sei der Brand ausgebrochen.

Die Feuerwehr Rosengarten war mit sieben Fahrzeugen und 35 Kräften im Einsatz, ebenso der Rettungsdienst samt Notarzt. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Gegen 16.30 Uhr sagt der erste stellvertretende Feuerwehrkommandant Roland Scholl, dass man noch nicht absehen könne, ob nachts eine Feuerwache nötig ist: „Den Brand haben wir aber unter Kontrolle.“

Brand in Uttenhofen Stall und Metzgerei brennen in Rosengarten

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